Übermittagsbetreuung in Albersloh
Schüler ziehen in Kirche um

Albersloh -

Die Übermittagsbetreuung der Grundschüler in der evangelischen Gnadenkirche kann starten. Die Gemeinde, die Schulleitung, der Bürgermeister und Vertreter der Arbeiterwohlfahrt haben vorgestellt, wie die Betreuung ab dem neuen Schuljahr laufen soll.

Montag, 01.07.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 12:46 Uhr
Stellten die Übermittagsbetreuung in der Gnadenkirche vor: Claudia Hein (Awo), Bürgermeister Berthold Strreffing, Schulleiterin Annette Stüer, Pfarrer Dr. Christian Plate, Hans-Georg Klose (Awo) und Heiko Sachtleber (Awo, v.li.).
Stellten die Übermittagsbetreuung in der Gnadenkirche vor: Claudia Hein (Awo), Bürgermeister Berthold Strreffing, Schulleiterin Annette Stüer, Pfarrer Dr. Christian Plate, Hans-Georg Klose (Awo) und Heiko Sachtleber (Awo, v.li.). Foto: Josef Thesing

In den vergangenen Jahren ist in der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck-Albersloh immer mal wieder darüber diskutiert worden, ob die kleine Gnadenkirche auf Dauer finanziert und als Gotteshaus erhalten werden kann. Die Gemeinde hatte sich bislang deutlich dafür entscheiden, dass die Kirche ein Gotteshaus bleibt.

Ein schöner Beitrag für den Ort.

Pfarrer Dr. Christian Plate

Nun gibt es eine Wende, die in der Region einzigartig sein könnte. „Die Kirche wird gebraucht“, sagt Pfarrer Dr. Christian Plate. Und er versucht erst gar nicht, seine Freude darüber zu verbergen. Denn ab dem neuen Schuljahr werden an jedem Werktag 44 Kinder einen beträchtlichen Teil ihrer Grundschulzeit in der 1955 erbauten Gnadenkirche verbringen. Und zwar während der Übermittagsbetreuung von 11 bis 13.20 Uhr. „Wir freuen uns. Das ist sicher auch gut für das Gemeindeleben“, sagt Plate. Und es sei „ein schöner Beitrag für den Ort“.

Der Bedarf an Offener Ganztagsschule und Übermittagsbetreuung steigt auch in Albersloh stetig. Und da sich die räumlichen Anforderungen an Schule durch Differenzierung, Gruppenarbeit und Co. gewandelt haben, ist in der nahe gelegenen Ludgerusschule kein Platz mehr für die komplette Übermittagsbetreuung. Weder die Schule und die Stadt, noch die betreuende Arbeiterwohlfahrt wollen aber Kinder auswählen und andere abweisen. Container kamen für alle Beteiligten auch nicht infrage. „Wir wollen eine Schule für alle Albersloher Kinder sein“, betont Schulleiterin Annette Stüer. Die Schule wird demnächst erweitert, aber das dauert länger, weil es noch nicht einmal Planungen gibt.

Stadt hat die Kirche ab 1. August gemietet

Und da fiel der Stadt ein, dass die Kirche übergangsweise ja auch schon Kindergartenkinder „beherbergt“ hatte. Und so ist sie auf die Kirchengemeinde zugegangen. Das Klima der Gespräche zwischen Stadt und Presbyterium sei in den darauf folgenden Monaten ziemlich gut gewesen, blicken Bürgermeister Berthold Streffing und Pfarrer Dr. Christian Plate zurück.

Es habe „gute gemeinsame Entscheidungen gegeben“, sagt Plate. Und einen „kooperativen Erfolg“, der, so der Bürgermeister, „nicht übermäßig formal“ zustande gekommen sei. Und so hat die Stadt die Kirche mitsamt aller Nebenräume – inklusive Küche – und des Gartens für die Betreuungszeiten ab dem 1. August für zunächst drei Jahre gemietet. Sie zahlt Miete, Nebenkosten und den Reinigungsdienst.

Eines bleibt unverändert: Die Gnadenkirche bleibt ein Gotteshaus, in dem weiter Sonntagsgottesdienste, Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen stattfinden. Das findet auch die Stadt gut. „Die Kirchen gehören zum Leben der Gemeinschaft“, ist der Bürgermeister überzeugt. Und Pfarrer Plate sagt: „Wir helfen, wenn wir helfen können.“ In Neu-Deutsch wurde man die getroffene Vereinbarung vermutlich „Win-win-Situation“ nennen.

Schulleitung informiert Eltern

Ab August werden die notwendigen Einrichtungsgegenstände und Spielsachen in die Kirche gebracht. „Das muss sich entwickeln“ , erklärt Annette Stüer. Sie wird die Eltern in dieser Woche in einem Elternbrief ausführlich informieren.

Die Arbeiterwohlfahrt stockt das Personal auf, damit die Kinder jeden Tag sicher zur Kirche begleitet werden.  

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