Insekten
Weniger Mittel gegen Stiche

Münsterland -

Quaddeln, Stiche, Jucken - die Hinterlassenschaften der Insekten bereiten Münsterländern Ungemach. In Apotheken ist die Nachfrage nach Medikamenten so groß wie lange nicht mehr.

Dienstag, 02.07.2019, 17:36 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 18:48 Uhr
Insekten: Weniger Mittel gegen Stiche
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Die Suche nach einem Mittel gegen Insektenstiche könnte in diesen Tagen an einigen Orten im Münsterland komplizierter sein als an anderen. Eichenprozessionsspinner, Kriebelmücke und Bremse lassen den Bedarf nach entsprechenden Medikamenten sprunghaft wachsen. Nach Angaben einer Sprecherin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe ist der Bedarf in Ostbevern besonders hoch, in anderen Teilen des Münsterlands dagegen nicht. Insgesamt sei die Nachfrage viel höher als in den vergangenen Jahren. Ein Apotheker berichtet, in einem Monat mehr rezeptfreie cortisonhaltige Cremes und Antihistaminika verkauft zu haben als sonst in einem gesamten Jahr.

Einzelne Apotheker berichten von jedem zweiten oder dritten Kunden, der zurzeit nach solchen Medikamenten fragt. Dazu gehört auch Angelika Plassmann aus Münster: Sie sagt: „Ein Drittel aller Kunden kommt mit einem Juckreiz und Stichen zu uns.“

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es ist nicht so, dass die Medikamente nicht verfügbar seien. Der Gronauer Apotheker Jörn Drost erklärt, dass Salben im Ernstfall immer noch in kleineren Verpackungen zur Verfügung stehen. Um Lücken im Regal zu füllen, würden sich die Apotheker gegen seitig aushelfen, berichtet Sandra Heck von der Kammer. Selbst wenn es zu Engpässen kommen sollte, würden die Arzneien nach zwei oder drei Tagen aber wieder verfügbar sein. Bis dahin gebe es genug Medikamente, auf die Patienten ausweichen könnten.

Und Apotheker Peter Schöning aus Rheine weist darauf hin, dass die Stiche zwar unangenehm, verletzte Augen durch die Härchen des Eichenprozessionsspinners aber viel größere Probleme bereiten könnten. Darum rät er dringend allen Radfahrern dazu, eine Brille zu tragen.

So sehen gängige Insektenstiche und-bisse aus

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  • Im Sommer leiden viele unter Insektenstichen oder -bissen. Doch meist ist es gar nicht so einfach, die Stiche zu identifizieren. Unsere Fotostrecke gibt einen Überblick: So sehen zum Beispiel die Bisse einer Bettwanze aus.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • Das ist der Stich der Pferdebremse.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • So sehen die Bisse der Herbstmilbe im Frühstadium aus.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • Das sind die Bisse der Herbstmilbe im Spätstadium.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • Ein Stich der Aedes-Stechmücke.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • Die Kriebelmücke ist im Münsterland momentan besonders aktiv. So sehen ihre Stiche aus.

    Foto: Heinz Mehlhorn
  • Ist im Sommer ebenfalls aktiv: die Ixodes-Zecke.

    Foto: Heinz Mehlhorn
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