Telgter Herzenradler
„Positiver Druck“ auf dem Rad

Telgte -

Die 800 Kilometer lange Spendentour von Konrad Everwin kann beginnen. Das Spendenbarometer steht derzeit bereits bei 38 000 Euro.

Freitag, 05.07.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 17:34 Uhr
Endlich geht es los: Fast 30 Kilo Gepäck nimmt Konrad Everwin mit auf seine 800 Kilometer lange Tour. Erkennungsmerkmal sind das weiße Shirt mit dem Herzensradler-Logo und ein weißer, herzförmiger Luftballon.
Endlich geht es los: Fast 30 Kilo Gepäck nimmt Konrad Everwin mit auf seine 800 Kilometer lange Tour. Erkennungsmerkmal sind das weiße Shirt mit dem Herzensradler-Logo und ein weißer, herzförmiger Luftballon. Foto: Julius Schwerdt

Die Vorbereitung war lang und der Zuspruch groß. Die 800 Kilometer lange Spendentour von Konrad Everwin (WN berichteten) kann beginnen. Mit einem herzförmigen Luftballon am Gepäckträger, einem extra angefertigten Shirt und circa 30 Kilo Gepäck machte sich der Telgter am Freitagmorgen auf den Weg. „Endlich geht es los“, sagte Everwin, bei dem nach eigenen Angaben „ein bisschen positiver Druck“ herrscht.

Mit der Tour sammelt er Geld für den Gießener Verein „Kinderherzen heilen“, der sich am Kinderherzzentrum Gießen engagiert. Dort wird auch Sohnemann Linus mit einer schweren Herzerkrankung behandelt.

Der Spendenzulauf zu seiner Aktion überrascht den Hobby-Sportler immer noch. „Wir liegen jetzt bei über 38 000 Euro. Pro Kilometer werden aktuell 27 Euro gespendet. Dazu kommen Einzelspenden“, freut sich Everwin. Und namhafte Sportgrößen der Region haben sich dem Spendenaufruf inzwischen angeschlossen. Neben dem SC Preußen Münster sind auch die Münsteraner Blackhawks dabei. Und auch Telgter Vereine lassen sich nicht lumpen: Eine spontane Spendensammlung auf dem Schützenfest des Vechtruper St.-Hubertus-Schützen brachte äußerst beachtliche 1200 Euro für den Herzensradler zusammen.

Immerhin bis zum Möhnesee will es der junge Familienvater am Freitagmorgen schaffen. „Mit insgesamt 90 Kilometern ist das ein etwas ruhigerer Einstieg“, so Everwin. Ganz allein ist er auf der ersten Etappe nicht: In Sendenhorst kommen vier Freunde dazu. Über sein Fortkommen hält er die wachsende Fangemeinde über die sozialen Medien stetig auf dem Laufenden. Ein guter Freund kümmert sich um die Anfragen weiterer Sponsoren.

Doch Everwin will seine lange Tour auch als Werbefahrt für ein schwieriges Thema nutzen: Organspende. Die jüngst im Bundestag diskutierte Widerspruchslösung begrüßt Everwin. „Jeder sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und eine Entscheidung fällen“, sagt er. Es sei zu spät, sich erst dann Gedanken zu machen, wenn etwas passiert sei. Und Angehörigen würde eine große Bürde von den Schultern genommen „Die Ausweise kann man überall bekommen, und das Ausfüllen dauert nur ein paar Minuten.“ Er selbst hat einen solchen Ausweis schon Jahre vor der Geburt seines Sohnes ausgefüllt.

Da Everwin noch mit einem leicht verstauchten Handgelenk zu kämpfen hat, wird er am Möhnesee schon einen Ruhetag einlegen, um Kraft zu tanken. Denn die anschließende Etappe nach Gießen hat es in sich: „170 Kilometer und 2500 bis 3000 Höhenmeter. Da geht’s dann richtig los.“ Motivation gibt es aber genug: Am Ende der Etappe warten Ehefrau Miriam und Sohn Linus.

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