Unterschriften-Übergabe
Lob für den Lokalen Teilhabekreis

Nottuln -

Der Lokale Teilhabekreis Nottuln engagiert sich beim Thema „Pränataler Bluttest als Regelleistung“. Jetzt überreichte er über 500 Unterschriften an die Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer.

Samstag, 06.07.2019, 06:00 Uhr
Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises überreichten MdB Corinna Rüffer (r.) die Unterschriftenliste. Die Politikerin wird sie in den interfraktionellen Arbeitskreis tragen, der sich mit dem Thema beschäftigt, und mit diesem überlegen, wie man die Liste öffentlichkeitswirksam der Bundesregierung übergibt
Mitglieder des Lokalen Teilhabekreises überreichten MdB Corinna Rüffer (r.) die Unterschriftenliste. Die Politikerin wird sie in den interfraktionellen Arbeitskreis tragen, der sich mit dem Thema beschäftigt, und mit diesem überlegen, wie man die Liste öffentlichkeitswirksam der Bundesregierung übergibt Foto: Frank Vogel

„Vielen Dank, dass Sie das Thema hier in Nottuln aufgegriffen haben. Wir haben im Bundestag eine sehr gute Orientierungsdebatte geführt, aber es muss weitergehen und es muss überall darüber gesprochen werden. Sie sind mit ihrer Initiative ein tolles Beispiel.“ Viel Lob gab es am Freitag von Bundestagsmitglied Corinna Rüffer. Die Grünen-Politikerin nahm stellvertretend für einen interfraktionellen Arbeitskreis (dem nur die AfD nicht angehört) über 500 Unterschriften entgegen, die der Lokale Teilhabekreis (LTK) in der Gemeinde gesammelt hatte. Damit haben die Nottulner die Aktion „#12:21 Down ist in – nicht out“ unterstützt, die sich dagegen wendet, einen bereits entwickelten pränatalen Bluttest zur vorgeburtlichen Früherkennung der Trisomie 21 (Downsyndrom) als Regelleistung anzuerkennen.

Bei diesem Thema gehe es um mehr als die technische Zulassung eines Tests oder um die Frage der Abtreibung, machte Corinna Rüffer deutlich. Vielmehr gehe es um eine grundsätzliche ethische Diskussion. Einen Test, der keine heilende Wirkung hat, sondern lediglich der Selektion diene, zur bezahlten Regelleistung machen zu wollen, mache sie ärgerlich. Zumal abzusehen sei, dass weitere Testverfahren auf andere Gendefekte und Krankheiten folgen werden. Das übe Druck auf die Eltern aus, betroffene Ungeborene abzutreiben. Und es diskriminiere auch diejenigen, die mit einer Behinderung leben. „Wie fühlen sich diese Menschen, wenn sie als vermeidbar bezeichnet werden?“, fragte die Politikerin. Und bekam prompt eine Antwort von einem betroffenen LTK-Mitglied: „Das ist ganz schlimm.“

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