Einsatz mit der Kettensäge
In 30 Stunden vom Holzklotz zum Löwen

Ascheberg -

40 mal 40 mal 120 Zentimeter sind die Ausmaße der fünf Eichenklötze, die Andreas Stentrup im Sägewerk Rotert gekauft hat. Nach 30 Stunden Arbeit mit der Motorsäge war von den Klötzen nur noch wenig zu erkennen.

Freitag, 26.07.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 17:18 Uhr
Nach der Arbeit an dem Holzlöwen beschäftigt Andreas Stentrup sich nun an einem lebensgroßen Bären.
Nach der Arbeit an dem Holzlöwen beschäftigt Andreas Stentrup sich nun an einem lebensgroßen Bären. Foto: Heitbaum

Ob seine Eltern damit gerechnet haben? Vor fünf Jahren schenkten sie ihrem Sohn Andreas Stentrup einen Gutschein für einen Schnittkursus mit der Kettensäge. „Seitdem lässt es mich nicht mehr los“, sagt der Herberner. Anfangs hat er noch im elterlichen Garten die Motorsägen surren lassen. Inzwischen nutzt er eine Waldscheune außerhalb des Ortes. Die Nachbarn werden es ihm danken. Ganz besonders am vergangenen Wochenende: Mit Lukas Mathmann hat Stentrup in zusammen 30 Arbeitsstunden aus fünf übergroßen Holzklötzen einen lebensgroßen Löwen gesägt.

Im Sägewerk Rotert waren aus Eichenstämmen fünf Klötze von 40 mal 40 mal 220 Zentimetern entstanden. „Vier dieser Klötze haben wir übereinander verleimt. Einen Klotz haben wir in der Mitte durchgesägt und an den Seiten angeleimt. Insgesamt waren 3,5 Kilo Leim nötig“, berichtet Stentrup über die Vorarbeit. Auftraggeber war ein Sponsor, der einen Löwen im Firmenlogo hat. Er wird den Holzlöwen mit einem Schultermaß von 1,15 Metern vor seiner Firma aufstellen.

Doch wie entsteht aus zusammengeleimten Holzklötzen ein Löwe? „Wir haben uns vom Kopf aus vorgearbeitet. Die Schwierigkeit ist es, die passenden Proportionen zu finden. Der Kopf muss zum Körper passen und die Füße müssen gleich groß sein“, erklärt Stentrup, der bisher in dieser Kategorie nur einen Damhirsch gefertigt hat. Zehn Stunden waren beide jeweils mit ihren Motorsägen an dem Löwen beschäftigt. Mit ihren Talenten haben sich die Holzkünstler ergänzt. Gearbeitet wurde mit ganz unterschiedlichen Sägen: Das längste Blatt war 70 Zentimeter, für filigranere Arbeiten reichten 20 Zentimeter. Mal waren acht PS im Einsatz, dann nur 1,1 PS. Schnitt für Schnitt sägte das Duo zuerst die Konturen, dann die Feinheiten des Löwen aus den Holzklötzen. Die Arbeiten sind zwar anstrengend, aber überfordern nicht. Stentrup erklärt: „Das Geheimnis ist, die Säge richtig zu halten. Dann benötigt man kaum Kraft.“ Deswegen hatte das Duo am Sonntag noch die Energie, um in jeweils fünf Stunden für den Feinschliff zu sorgen.

Kettensäge macht Holzklotz zum Löwen

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  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
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  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
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  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Stentrup
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Heitbaum
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Heitbaum
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Heitbaum
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Heitbaum
  • Andreas Stentrup und Lukas Mathmann haben einen Löwen aus Holz gesägt Foto: Heitbaum

Wer glaubt, dass nach dem Dauereinsatz vor einer Woche jetzt die Motorsägen schweigen, der irrt. Stentrup ist gerade bei der 20. Auflage von „Kunst mit Kettensägen“ in Tornau. Das Motto des Treffens heißt „Auf den Spuren von Elfen, Feen und Waldgeistern“. Nach dem realen Löwen, der durch seine Beinhaltung und einen geschwungenen Schweif sehr lebendig wirkt, geht es jetzt in den Fantasybereich. Daheim hat Stentrup ein reales Projekt begonnen: einen Bären.

30 Wochenenden pro Jahr unterwegs

An 30 Wochenenden im Jahr ist der Herberner mit seinen Sägen unterwegs. Mal zu Künstlertreffen, dann zu Volksfesten, Gewerbeschauen oder Firmen-Events. Sein Wissen gibt er in privat organisierte, aber auch in VHS-Kursen weiter. Am Liebsten sind ihm Veranstaltungen in Holland: „Da ist der Verkauf immer besser als im Münsterland, wo die Leute einen Igel in der Tasche haben.“

Sein Ziel ist die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft. Doch die Qualifikation ist hart. Beim Vorentscheid werden die Kunstwerke versteigert. Wer das teuerste Objekt geschaffen hat, qualifiziert sich für die DM.

Zwei Mal Apropos: Bisher ist mit den Kettensägen nichts passiert. „Sogar die Hosen sind immer heil geblieben“, schmunzelt Stentrup, um dann fast zu lachen: „Mein Kunstlehrer schüttelt immer nur mit dem Kopf. Der hat mir immer eine fünf oder sechs gegeben.“

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