Hitze macht Marktbeschickern zu schaffen
Die Kühlung muss Schwerstarbeit leisten

Lüdinghausen -

Schwitzen war am Freitag auch für die Marktbeschicker in Lüdinghausen angesagt. Die Hitze stellte einige vor Herausforderungen. An einem Stand kurbelte die Hitze den Verkauf aber sogar ordentlich an.

Samstag, 27.07.2019, 06:00 Uhr
Gefragt sind erfrischende Wassermelonen – wie hier am Stand von Samir Akgül.
Gefragt sind erfrischende Wassermelonen – wie hier am Stand von Samir Akgül. Foto: Kristian van Bentem

„In der Kühltheke haben wir am liebsten sechs bis sieben Grad. Jetzt schafft die Kühlung nur neun“, sagte Gisela Lamskemper vom gleichnamigen Käsestand. Um die Frische zu garantieren, lege man kaum etwas oben auf die Theke. „Nicht jeder Kunde hat Lust auf Käsefondue“, unkte Mitarbeiter Jan Rohrbach. Die Teilnahme am Abendmarkt an der Burg am Freitag habe man abgesagt.

Wassermelonen sind gefragt

Mit einem eingeschränkten Angebot an seinem Obst- und Gemüsestand war Samir Akgül in Lüdinghausen auf dem Marktplatz. „Stielmus, Mangold, Porree und Wirsing, die schnell gelb werden, bringen derzeit nichts. Gefragt ist Erfrischendes wie Wassermelone und Nektarinen, aber auch Tomaten, Gurken und Salate“, berichtete er. Die meisten Kunden kämen derzeit gleich früh morgens, wenn alles noch ganz frisch sei und ehe die Sonne brenne. Um selbst nicht zu sehr ins Schwitzen zu kommen, lautet die Devise: „Schön unter dem Schirm bleiben und viel kaltes Wasser trinken.“

Umsatz bei Blumen niedriger

„Im Schatten geht’s“, verriet Irmgard Rösner von der Gärtnerei Struck. Das gelte auch für die Frische der Sträuße unter dem Schirm. „Schnittblumen laufen gut. Blumen zum Pflanzen und Stauden dagegen gar nicht“, sagte sie. Der Umsatz sei insgesamt niedriger als sonst. „Und ab 12 Uhr kommt momentan kaum noch jemand.“

Keine Wurst in der Auslage

„Früh morgens ist es noch ganz angenehm. Aber inzwischen staut sich die Hitze ziemlich unter der Plane. Ich bin froh, wenn gegen Mittag Schluss ist“, sagte Elke Genrich vom Markthandel Lefering. Die Wurst habe sie diesmal zur Vorsicht nicht in die Auslage gepackt. „Wenn Kunden etwas haben möchten, hole ich es aus der Kühltasche. Zudem habe man diesmal weniger Gemüse mitgebracht. „Das kann ich sonst hinterher alles wegschmeißen“, so ihre begründete Befürchtung. „Aber zumindest Kartoffeln gehen. Die vertragen die Temperaturen besser.“ Apropos Temperaturen: „Ich habe es lieber, wenn es im Winter richtig kalt ist. Meine Kollegin mag es lieber warm – so ist jeder anders“, meinte Elke Genrich.

Kunden kaufen anders ein

„Wir können nicht einfach wegbleiben, wenn es mal heiß ist“, meinte Mechthild Wittkemper von Wild & Geflügel Evers. Allerdings mache sie früher Schluss. Damit die Ware frisch bleibe, werde der Wagen vor dem Beladen am Morgen abgekühlt. „Dann kommt das Fleisch direkt aus dem Kühlraum in die Kühltheke“, erläuterte sie. Zudem werde dort alles abgedeckt. „Alleine schon wegen der Fliegen.“

Viele wollen draußen sein und grillen. Wenn die Temperatur um zehn Grad sinkt, wird auch wieder was für den Backofen geholt.

Mechthild Wittkemper

Die Kunden würden bei der Hitze übrigens nicht unbedingt weniger kaufen, aber anders. „Viele wollen draußen sein und grillen. Wenn die Temperatur um zehn Grad sinkt, wird auch wieder was für den Backofen geholt“, so Mechthild Wittkemper.

Oliven- und Feinkoststand profitiert

Regelrecht profitieren von der Hitze konnte Abdulhakim Rmadan am Oliven- und Feinkoststand: „Ich bemerke keine Umsatzeinbußen. Im Gegenteil: Die Leute kaufen bei dem Wetter hier noch mehr, weil viele nichts Warmes essen wollen. Gestern war ich am Ende fast ausverkauft.“

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