Wasser fehlt an allen Ecken
Trockenheit macht Landwirten zu schaffen

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde -

Hitze und anhaltende Trockenheit machen den heimischen Landwirten auch in diesem Jahr zu schaffen. Vor allem in der Wachstumsphase in den Monaten April und Mai hätte das Getreide dringend Wasser gebraucht. Der Niederschlag jedoch hat so gut wie komplett gefehlt.

Donnerstag, 01.08.2019, 20:45 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 20:57 Uhr
Die Zeit der Korn- und Mohnblumen ist vorbei. Die meisten Getreidefelder in der Region sind – wie hier in der Bauerschaft Rieth – mittlerweile abgeerntet. Das Ergebnis bewertet der Walstedder Ortsvereinsvorsitzende Sebastian Bachtrop allenfalls als durchschnittlich.
Die Zeit der Korn- und Mohnblumen ist vorbei. Die meisten Getreidefelder in der Region sind – wie hier in der Bauerschaft Rieth – mittlerweile abgeerntet. Das Ergebnis bewertet der Walstedder Ortsvereinsvorsitzende Sebastian Bachtrop allenfalls als durchschnittlich. Foto: Dietmar Jeschke

Der Hochsommer neigt sich langsam dem Ende entgegen. Das zeigt sich nicht nur an den etwas kühler werdenden Temperaturen, sondern auch beim Blick auf die heimischen Getreidefelder. Die nämlich wurden in den vergangenen Wochen so gut wie komplett abgeerntet. Zeit für die Landwirte, Zwischenbilanz zu ziehen. Und die fällt – wie befürchtet und wohl auch von vielen erwartet – alles andere als überschwänglich aus.

„Mit Blick auf das Wetter der vergangenen Monate ist es bei der Gerste noch einigermaßen gut gelaufen“, berichtet Sebastian Bachtrop, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in Walstedde. Bei Weizen, Triticale und Roggen dagegen sei das Ergebnis je nach Fläche aber allenfalls durchschnittlich, teilweise auch deutlich darunter.

Der Boden verfügt über keine Reserven mehr.

Sebastian Bachtrop

Die Ursache, so Bachtrop, sei die gleiche wie schon im vergangenen Jahr. Denn vor allem in der Wachstumsphase in den Monaten April und Mai hätte das Getreide dringend Wasser gebraucht. Der Niederschlag jedoch hat so gut wie komplett gefehlt. Das stellt nach dem Dürre- und Hitzejahr 2018 für die Landwirte schon ein großes Problem dar. Denn: „Der Boden verfügt über keine Reserven mehr“, erklärt Bachtrop. Und das auch deshalb, weil es nicht nur im vergangenen Sommer, sondern auch im Winter aus Sicht der Landwirte viel zu wenig Niederschlag gegeben hat, der hätte gespeichert werden können.

Hoffnung auf Regen für den Mais

Sollte sich das Wetter nicht in Kürze ändern, dürften die Sorgenfalten der Bauern mit Blick auf die noch bevorstehende Maisernte noch größer werden. Aktuell, so der Walstedder LOV-Vorsitzende, stehe der Mais in der Blüte. Das bedeutet, dass die Pflanzen in den kommenden Wochen viel Wasser benötigen. Optimal, so Bachtrop, wären dazu etwa 150 Liter pro Quadratmeter. „Aber natürlich nicht auf einmal“, schmunzelt der Landwirt.

Wie wird die Kartoffel- und Gemüseernte?

Fehlender Niederschlag setze zudem den Kartoffel- und Gemüsebauern zu. Noch sei es aber zu früh, um eine klare Bilanz zu ziehen, beginne die Kartoffelernte doch erst in gut vier Wochen. Mit Blick auf die Wetterprognosen rechnet Sebastian Bachtrop aber mit einem ähnlich ernüchternden Ergebnis wie im Jahr 2018, als viele Kartoffeln mangels Regens deutlich kleiner waren, als sie es in „normalen“ Jahren sind. Ob die Erdfrucht und die zahlreichen daraus hergestellten Produkte dann abermals teuerer werden? Das, so der Fachmann, lasse sich nicht automatisch schlussfolgern. Denn: „Es ist ein weltweiter Markt“, so Bachtrop. Das bedeutet: Ist die Ernte anderswo gut, werden sich die Verbraucher wohl nicht zwangsläufig auf höhere Preise einstellen müssen. Apropos Preise: Die, erklärt der LOV-Vorsitzende, bewegen sich zumindest für das Getreide in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Hohes Risiko von Bränden

Fehlender Regen, hohe Temperaturen und entsprechende Trockenheit machen den Landwirten aber nicht nur in Sachen Ernteertrag zu schaffen. Sie bedeuten auch ein hohes Risiko von Bränden, wie die zahlreichen Feuerwehreinsätze in den vergangenen Wochen zeigen. Nachdem in der Vorwoche zwei Ställe sowie an verschiedenen Stellen Felder im Stadtgebiet in Flammen gestanden hatten, ist am Sonntag unweit der Ortsgrenze zwischen Drensteinfurt und Ascheberg ein Mähdrescher eines Rinkeroder Lohnunternehmens komplett ausgebrannt. Um ein Ausbreiten der Flammen auf dem „knochentrockenen“ Stoppelacker zu verhindern, hatten Landwirte dort die Einsatzkräfte der Feuerwehr unterstützt – und zwar mit Hilfe wasserbeladener Güllefässer.

Entsprechende „Löschvorräte“ vorzuhalten, sei für die Bauern zwar nicht vorgeschrieben. „Aber es ist sicherlich eine sinnvolle Maßnahme“, findet Sebastian Bachtrop. Denn während ein Löschfahrzeug der Feuerwehr oft „nur“ 2000 Liter Wasser fasse, gingen in ein großes Güllefass oft bis zu 10.000 Liter, was bei Löscharbeiten auf entlegeneren Feldern schon eine große und vor allem schnelle Hilfe darstellen könne.

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