Trockenheit und Borkenkäfer machen Forstwirten zu schaffen
Kahlschlag im Fichtenwald

Füchtorf -

Die Trockenheit macht den Forstwirten zu schaffen. Der Borkenkäfer wiederum liebt die Trockenheit und fällt über die Fichten her. Die Folge ist, dass Ferdinand Freiherr von Korff schon fast die Hälfte seines Fichtenbestandes schlagen musste.

Freitag, 02.08.2019, 12:00 Uhr
Ferdinand Freiherr von Korff prüft die Wurzeln einer Eiche, die dem Sturm nicht standgehalten hat. Sie sind zu trocken.
Ferdinand Freiherr von Korff prüft die Wurzeln einer Eiche, die dem Sturm nicht standgehalten hat. Sie sind zu trocken. Foto: Ulrich Lieber

Ferdinand Freiherr von Korff zeigt auf die Löcher in der Rinde einer gefällten Fichte. „Daran kann man erkennen, dass sie von einem Borkenkäfer befallen ist“, erklärt der Forstwirt. Die Rinde lässt sich mühelos vom Baum trennen. Darunter sind die Wege des Borkenkäfers zu erkennen, der dem Baum so kräftig zugesetzt hat, dass er geschlagen werden musste.

„Die Trockenheit spielt dem Borkenkäfer in die Karten. Durch den letzten Sturm im Januar 2018 gab es schon große Schäden und die Bäume sind anfälliger geworden“, berichtet von Korff. Das Grundwasser sei gesunken, und viele Wurzeln hätten gelitten. „Der Klimawandel ist deutlich zu spüren und erschwert den Forstwirten ihre Arbeit.“ Die Fichten bildeten aufgrund der Trockenheit Zapfen, eine Vorsichtsmaßnahme der Natur, die den Baum viel Kraft kostet. „Sie haben noch nicht so viele Zapfen gehabt. Die Natur sorgt damit dafür, dass neue Fichten wachsen können.“

Ferdinand Freiherr von Korff hat rund 90 Hektar Baumbestand, davon ist ein gutes Viertel mit Fichten bepflanzt. Diese erreichen normalerweise im Alter von 60 bis 80 Jahren ihre „Erntereife“. Der Borkenkäfer hat aber sowohl in 2018 als auch in 2019 zugeschlagen und viele Bäume vernichtet. „Er geht an alle Altersgruppen, nur nicht an die ganz jungen“, sagt der Forstwirt.

Die Folgen sind für den Wald unübersehbar, denn die Anzahl der geschlagenen Bäume ist deutlich gestiegen und viele Flächen sind plötzlich frei. „Normalerweise schlagen wir 350 Festmeter Holz im Jahr. Im Vorjahr waren es aber 1800 Festmeter, und auch in diesem Jahr wird es wieder in dieser Größenordnung liegen.“ Damit liege die Entnahme so hoch wie normalerweise in 12 bis 15 Jahren.

Das hat natürlich Auswirkungen auf den Preis, denn aufgrund des Überangebotes sinkt dieser in den Keller. Gab es früher für den Festmeter 65 bis 70 Euro, so liegt der Preis nun bei 16 bis 18 Euro. Trotz der größeren Menge an Holz gibt es daher so gut wie keine Mehreinnahmen. Außerdem hat sich der Fichtenbestand nun deutlich reduziert, denn von den knapp 25 Hektar ist bereits knapp die Hälfte geschlagen. Es standen noch viel mehr Fichten auf der Liste, aber der Forstwirt entschied sich, die Bäume noch stehen zu lassen, bei denen sich in der Krone noch frisches Grün gebildet hat.

Aber nicht nur die Fichte leidet unter der Trockenheit, sondern prinzipiell alle Bäume. Der Sturm hat schon so manche Buche oder Eiche mitten im Wald entwurzelt, weil sie nicht mehr die Kraft hatten, sich im Boden zu halten. Auch der Sturm am Montag vergangener Woche nahm wieder einige Bäume mit.

„Wir müssen jetzt schnell das geschlagene Holz aus dem Wald bekommen“, sagt Ferdinand Freiherr von Korff. Denn der Borkenkäfer ist dort überall noch drin und kann sich schnell einen neuen Baum suchen. Das soll nach Möglichkeit verhindert werden.

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