Bewegungsbad im St.-Marien-Hospitals
Sanierung rechnet sich nicht: Ende des Jahres ist Schluss

Lüdinghausen -

Das Bewegungsbad im Keller des St.-Marien-Hospitals wird Ende dieses Jahres geschlossen. Eine Sanierung des Anfang der 1970er Jahre gebauten Bades rechne sich nicht, sagt die Geschäftsleitung des Krankenhauses. Von der Schließung sind auch viele Teilnehmer der Wassergymnastikkurse des Reha-Anbieters Salvea betroffen.

Donnerstag, 08.08.2019, 08:00 Uhr
Das Bewegungsbad im Keller des St.-Marien-Hospitals wurde Anfang der 1970er Jahre gebaut. Eine Sanierung rechnet sich nach Angaben von Monika Kleingräber-Niermann und Nicol Schmidt nicht.
Das Bewegungsbad im Keller des St.-Marien-Hospitals wurde Anfang der 1970er Jahre gebaut. Eine Sanierung rechnet sich nach Angaben von Monika Kleingräber-Niermann und Nicol Schmidt nicht. Foto: Anne Eckrodt

Die Entscheidung steht fest: Das Bewegungsbad im Keller des St.-Marien-Hospitals wird Ende dieses Jahres geschlossen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Monika Kleingräber-Niermann, Referentin der Geschäftsführung, am Mittwoch. Das Anfang der 1970er Jahre gebaute Bad ist samt seiner Technik deutlich in die Jahre gekommen, der Sanierungsstau entsprechend groß.

Tim Richwien, Geschäftsführer des Krankenhauses, habe die Kosten Anfang des Jahres ermitteln lassen, so Kleingräber-Niermann. Herausgekommen sei eine Summe im sechsstelligen Bereich. Den wollte weder die St.-Franziskus-Stiftung, zu der das St.-Marien-Hospital gehört, noch Salvea, bundesweiter Anbieter von medizinischen Therapien und Reha-Leistungen, der das Bad seit 2012 gemietet hat, übernehmen.

Alle Verantwortlichen sind sich bewusst, was das Bad vom Baby- bis zum Seniorenschwimmen an Bedeutung hat.

Monika Kleingräber-Niermann

„Dabei sind sich alle Verantwortlichen bewusst, was das Bad vom Baby- bis zum Seniorenschwimmen an Bedeutung hat“, betonte Kleingräber-Niermann. Allerdings benötige das Krankenhaus das Bad für seine Belange schon seit Jahren nicht mehr, und auch für die angegliederte Reha-Klinik sei es nicht erforderlich.

Nicol Schmidt von der Salvea-Geschäftsleitung (Krefeld) ist sich der Tragweite der Entscheidung zwar bewusst, zeigte aber auch Verständnis dafür. „Das Bad war bisher ein Luxusthema, das muss ich – auch mit Blick auf andere Häuser, in denen wir tätig sind – leider einsehen. Das Krankenhaus hat es so lange gehalten, wie es eben ging. Doch auch für uns als Mieter wäre eine Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar“, machte Schmidt deutlich. Hinzu komme, dass das Becken sehr klein sei und nur acht bis zehn Personen gleichzeitig in dem 32 Grad warmen Wasser sein könnten. Für eine Refinanzierung seien jedoch Kursgrößen mit zwölf bis 15 Teilnehmern erforderlich.

Nachfolgeangebote für Patienten

Doch auch ohne Bewegungsbad erfüllt Salvea weiterhin alle Reha-Anforderungen. „Wir werden jetzt Beratungsgespräche mit allen Teilnehmern der Wassergymnastikkurse führen und ihnen Nachfolgeangebote für andere Bewegungsformen machen“, kündigte Schmidt an. Es müsse auch kein Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz fürchten, es werde keine Kündigungen aufgrund der Schließung des Bades geben.

Das Bad war bisher ein Luxusthema.

Nicol Schmidt

Dass es zu dem Sanierungsstau gekommen ist, erklärte Kleingräber-Niermann damit, dass sich das St.-Marien-Hospital auf sein Kerngeschäft konzentriere, nämlich die Patientenversorgung medizinischerseits. „Die Krankenhäuser sind seit Jahren unterfinanziert. Das Geld reicht kaum für die eigentlichen Aufgaben“, beschrieb Kleingräber-Niermann die finanzielle Misere. Unter dem Motto „jeder Euro am Patienten“ beginne im September die Sanierung des Bettenhauses B. „Da wird investiert, weil wir dort die Notwendigkeit für eine Sanierung sehen. Das Angebot von Schwimmkursen hingegen ist eher Aufgabe der Kommune.“

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