Maisernte
Sorgen vor der Ungewissheit

Nienborg -

Es steht in der Landwirtschaft nicht gut um den Ertrag – daraus macht Paul Weßling keinen Hehl. Der zweite trockene Sommer in Folge lässt die Pflanzen nicht so wachsen, wie es eigentlich nötig wäre. Die jüngsten Regengüsse waren eigentlich zu wenig, doch der Nienborger Landwirt hegt leise Hoffnung.

Mittwoch, 14.08.2019, 18:03 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 18:16 Uhr
Der Nienborger Landwirt Paul befürchtet, dass die Regengüsse der vergangenen Tagen zu spät gekommen sind, um die Maisernte zu retten.
Der Nienborger Ortslandwirt Paul Weßling befürchtet, dass die Regengüsse der vergangenen Tagen zu spät gekommen sind, um die Maisernte zu retten. Foto: Anne Steven

Ja, es hat in den vergangenen Tagen phasenweise ordentlich geregnet. Und nein, das alleine war noch keine Universalrettung für die Maisernte in diesem Jahr. Ein Hoffnungsschimmer sei es, aber eben noch nicht mehr, sagt der Nienborger Ortslandwirt Paul Weßling auf Nachfrage.

Dieser Hoffnungsschimmer gelte längst nicht für alle Flächen: „Die Pflanzen, die wegen der Trockenheit keine Blüten ausgebildet haben, werden auch keine Kolben tragen.“ Daran konnte auch der Niederschlag in den vergangenen Tagen nichts mehr ändern. Der Ortslandwirt hofft inständig, dass nicht zu viele Pflanzen betroffen sind.

Doch wie geht es jetzt weiter? „Wir sichten jetzt Stück für Stück alle Flächen und entscheiden danach, wo es lohnt, die Pflanzen noch stehen zu lassen.“ Sprich die Pflanzen, die einen Blütenstand hatten und einen Kolben ausbilden können. Wie viele Hektar das sein werden, sei derzeit nicht absehbar. „Ich bin ja kein Hellseher.“

Prinzipiell sei das Beobachten und Sichten der Flächen nichts ungewöhnliches. „Regelmäßige Kontrollen sind das A und O. Sonst könnten wir Landwirte ja nicht zum richtigen Zeitpunkt passend reagieren.“

Ein wenig mulmig sei ihm aber schon, so Weßling, wenn er darüber nachdenke, dass große Teile der Maisernte auszufallen drohen. „Wenn der Mais keine Kolben hat, ist der Energiegehalt viel geringer.“ Das schmälert natürlich den Umsatz. Und für die Schweinemast ist die Pflanze dann ohnehin nicht mehr geeignet. „Rinder können Cellulose verdauen, Schweine aber nicht.“ Darum komme für Schweine nur das Maiskorn in Frage. Maispflanzen ohne Kolben können nur noch mit dem Häcksler geerntet und zu Silage verarbeitet werden.

Schaut man sich derzeit die Maisfelder in der Region an, dann sieht es nicht unbedingt rosig aus. Besonders der Mais auf sandigem Untergrund ist trocken. Dabei ist die Pflanze, was die Ansprüche an den Boden angeht, nicht mal wählerisch. „Getreide hat das viel mehr Ansprüche an die natürliche Bodenfruchtbarkeit“, so Paul Weßling.

Dass aber in diesem Jahr auch der Mais so zu kämpfen hat, liegt schlicht am zweiten Dürrejahr infolge. „Es sind keine Reserven mehr im Boden, auf die der Mais jetzt zurückgreifen könnte“, erklärt Weßling.

So oder so – die Ernte, egal ob Silo- oder Körnermais, wird in diesem Jahr eher stattfinden als üblich. „Ende September ist so etwa der normale beginn der Silomais-Ernte.“ Der Körnermais folge in der Regel etwas später. Doch ob es zu einer solchen auf den Felder von Paul Weßling in diesem Jahr überhaupt kommt, werden die kommenden Tage zeigen: „Wir können nur das Beste hoffen.“ Würden Drescher zum Einsatz kommen, wäre das ein gutes Zeichen. Diese werden nämlich eingesetzt, um Körnermais zu ernten. Für Silomais kommen Häcksler zum Zuge.

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