Behörde benötigt weitere 1100 Quadratmeter
Finanzamt braucht mehr Platz

Lüdinghausen -

Das Finanzamt Lüdinghausen hat neben dem Hauptgebäude an der Bahnhofstraße bereits eine Nebenstelle an der Wolfsberger Straße. Dennoch reicht der Platz nicht mehr aus. Das hat nun auch das nordrhein-westfälische Finanzministerium erkannt und grünes Licht für die Anmietung weiterer 1100 Quadratmeter gegeben.

Donnerstag, 15.08.2019, 09:00 Uhr
Reicht schon lange nicht mehr: Das Hauptgebäude des Finanzamtes ist bereits seit Jahren zu klein, so dass es schon eine Nebenstelle gibt.
Reicht schon lange nicht mehr: Das Hauptgebäude des Finanzamtes ist bereits seit Jahren zu klein, so dass es schon eine Nebenstelle gibt. Foto: Anne Eckrodt

Im Finanzamt an der Bahnhofstraße wird es eng. Und nicht nur dort: Auch die Nebenstelle der Behörde, die in einem Gebäude an der Wolfsberger Straße untergebracht ist, reicht nicht, um den Platzbedarf auch in Zukunft zu decken. 1100 zusätzliche Quadratmeter seien vom Finanzministerium anerkannt worden, teilte Christian Schwarzer jetzt auf Anfrage der WN mit. „Das Ministerium hat daher die Oberfinanzdirektion ermächtigt, zusammen mit uns nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen“, so der Leiter des Lüdinghauser Finanzamtes.

Ein Neubau an dem aus den 1950er Jahren stammenden Hauptgebäude ist laut Schwarzer im Moment kein Thema. Vielmehr seien sie aufgefordert, zu schauen, wo sich entsprechende Flächen mieten lassen. Und das passiert derzeit mit Hochdruck. „Dazu sind wir auch mit unserem Vermieter der Nebenstelle Wolfsberger Straße, Herrn Bertelsbeck, im Gespräch“, betonte Schwarzer. Dabei machte er keinen Hehl daraus, was er persönlich favorisiert: „Ich würde mir wünschen, dass sich eine Zwei-Dach-Lösung findet und wir nicht auf drei Gebäude verteilt werden.“ Zudem setzt er darauf, dass die Gespräche „noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen“.

Es kann auch schon mal vorkommen, dass wir das Kellergeschoss mitnutzen müssen.

Christian Schwarzer

Die vom Ministerium abgesegneten zusätzlichen 1100 Quadratmeter würden Platz für rund 40 Büros sowie Besprechungsräume bieten. Letztere stehen im Finanzamt aktuell gar nicht zur Verfügung. Trotz Digitalisierung benötigen Mitarbeiter der Behörde auch künftig die Akten für die laufenden Fälle griffbereit vor Ort – was ebenfalls eine Menge Platz verschlingt. Schwarzer: „Mag sein, dass das irgendwann mal nicht mehr erforderlich sein wird, auf absehbare Zeit jedoch können wir darauf nicht verzichten.“ Immerhin: Ältere Unterlagen muss nicht jedes Finanzamt vor Ort aufbewahren. Dafür gibt es zwei zen­trale Lager der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in Herne und Arnsberg.

Derweil rücken die Mitarbeiter etwas enger zusammen und teilen sich mitunter zu dritt ein Büro. „Es kann auch schon mal vorkommen, dass wir das Kellergeschoss mitnutzen müssen“, erzählte Schwarzer. Unmut komme dennoch nicht auf. „Wir sind geduldige Menschen“, so der Finanzamtsleiter mit einem Augenzwinkern. Außerdem zeichne sich ja nun Besserung ab.

Es ist eine gute Nachricht, dass sich die Finanzverwaltung zum Standort Lüdinghausen bekennt.

Christian Schwarzer

Dabei sind es nicht ausschließlich die 199 Mitarbeiter des Finanzamtes Lüdinghausen, die in den beiden Gebäuden an der Bahnhofstraße und an der Wolfsberger Straße tätig sind. Hinzu kommen Konzernbetriebsprüfer, Sachverständige und Mitarbeiter der Steuerfahndung – alles in allem weitere 31 Bedienstete, die ihren Standort in Lüdinghausen haben.

Allein beim Finanzamt ist die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Zurzeit sind es 37, wobei der überwiegende Teil von ihnen ein duales Studium absolviert. Und auch in Zukunft habe die Behörde großen Bedarf an Nachwuchskräften, wie Schwarzer betonte. Rund 15 Auszubildende müssten pro Jahr eingestellt werden, um das altersbedingte Ausscheiden bisheriger Mitarbeiter auszu­gleichen.

Höheres Steueraufkommen

Hinzu kommt, dass auch andere Parameter gestiegen sind: Mehr Gewerbebetriebe und Grundstücke, ein höheres Steueraufkommen – all das beschert dem Finanzamt mehr Arbeit und sorgt für einen größeren Personalbedarf. „Da ist es eine gute Nachricht, dass sich die Finanzverwaltung zum Standort Lüdinghausen bekennt und ihre Präsenz hier auf dem Land ausbaut“, hob Schwarzer hervor. Und er fügte hinzu: „Dass wir hier attraktive Arbeitsplätze anbieten können, erleichtert uns die Suche nach Personal, die ansonsten immer schwieriger wird.“

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