Patentanwalt Peter P. Gehrke zur IHK-Erfinderberatung
Neu und erfinderisch

Münster -

Die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen bietet regelmäßig eine Erfinderberatung an. Doch wer kommt da hin in einer Zeit, in der Rad und Glühbirne längst erfunden sind? Drei Fragen an Patentanwalt Dr. rer. nat. Peter P. Gehrke von unserem Redaktionsmitglied Gunnar A. Pier.

Mittwoch, 14.08.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 18:00 Uhr
Patentanwalt Peter P. Gehrke zur IHK-Erfinderberatung: Neu und erfinderisch
(Symbolfoto) Foto: Norbert Försterling

Erfinder – das klingt so nach Daniel Düsentrieb oder der Erfindung von Rad und Glühbirne. Mit welchen Erfindungen haben Sie denn heutzutage zu tun?

Gehrke: Ich persönlich zum Beispiel etwa mit einem Richtbohrgerät, das 5000 Meter tief bohrt und dann abbiegt. Oder mit einem Sprint-Krafttrainingsgerät. Zur IHK-Erfinderberatung kommen aber eher Leute, die überlegen, sich selbstständig zu machen und wissen möchten, ob sie ihre Zeichen schützen müssen, und mittelständische Unternehmen, die eine Erfindung gemacht haben und wissen möchten, ob es Sinn macht, ein Patent anzumelden.

Wie finde ich denn heraus, ob meine Idee schon einmal irgendwo auf der Welt jemand gehabt hat?

Gehrke: Das ist eine sehr wichtige Frage: Muss ich die Kosten für den Schutz überhaupt übernehmen? Oder verletze ich sogar bereits bestehende Patente? Beim Informationszentrum Technik und Patente der TU Dortmund kann man dazu recherchieren.

Welche Fehler kann ich machen, wenn ich etwas erfunden habe?

Gehrke: Der größte Fehler ist es, irgendetwas zu unternehmen, ohne vorher zu recherchieren, ob es die Erfindung schon gibt und ob ich damit eventuell ältere Patente verletze. Und ich darf meine Erfindung auch nicht bereits nutzen. Ein Patent muss neu und erfinderisch sein, und das ist es nicht, wenn ich es schon verwende. Die meisten Patentanmeldungen scheitern aber daran, dass die Idee zu nahe lag, also sich nicht allzu sehr unterscheidet vom Stand der Technik.

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