Bewerbung um Fairtrade-Auszeichnung
Kitas widmen sich Fairem Handel

Nordwalde -

Die Nordwalder Kindergärten engagieren sich bereits in Sachen Fairer Handel, vielleicht kommt bald eine entsprechende Auszeichnung dazu. Die sechs Einrichtungen haben Interesse signalisiert, sich für das Zertifikat „Faire Kita“ zu bewerben.

Dienstag, 27.08.2019, 09:00 Uhr
Die sechs Nordwalder Kindergärten überlegen, ob sie sich um die Auszeichnung als „Faire Kita“ bewerben sollen.
Die sechs Nordwalder Kindergärten überlegen, ob sie sich um die Auszeichnung als „Faire Kita“ bewerben sollen. Foto: Vera Szybalski

Die Gemeinde hält die Auszeichnung schon seit einigen Jahren, die Kardinal-von-Galen-Gesamtschule ebenfalls – ziehen jetzt die Kindergärten nach? Es geht um das Zertifikat „Fairtrade“, um das sich vielleicht bald auch einige der sechs Nordwalder Kitas bewerben. „Wir vom Arbeitskreis Faire Woche haben die Kitas angesprochen und gefragt, ob Interesse da ist“, sagt Lilo Paßlick. Das scheint der Fall zu sein.

Die Kita-Leiterinnen sind bereits zu einem ersten Gespräch mit Lilo Paßlick, Christian Böckenholt, dem Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik beim Kreis Steinfurt, und Christian Lohmann, Klimaschutzmanager der Gemeinde, zusammengekommen.

Workshop für die Leiterinnen und Erzieherinnen

Im November findet noch ein Workshop statt, bei dem eine Mitarbeiterin der Projektstelle „Faire Kita“ aus Dortmund die Leiterinnen und Erzieherinnen der Einrichtungen beraten wird. Dann zeichnet sich vermutlich auch ab, welche Kitas sich tatsächlich darum bewerben, „Faire Kita“ zu werden.

Die Kindergärten müssen fünf Kriterien erfüllen, um die Auszeichnung für sich reklamieren zu können. Sie müssen erstens den Beschluss fassen, als „Faire Kita“ ausgezeichnet werden zu wollen. Zweitens müssen sie ein „faires Team“ bilden, das sich aus mindestens einem Kita-Mitarbeiter und einem Elternvertreter zusammensetzt. Das Team soll sich darum kümmern, dass die Kriterien umgesetzt und eingehalten werden.

Bildungsarbeit im Kindergarten

Drittens müssen fair gehandelte Produkte im Alltag verwendet werden und zwar mindestens ein Produkt für Erwachsene und eins für Kinder. Dabei kann es sich beispielsweise um Kaffee und Bananen handeln.

Viertens müssen die Kindergärten Bildungsarbeit leisten. Sie können sich etwa mit Kinderrechten, weiteren Produkten aus dem fairen Handel wie Fußbällen oder T-Shirts und dem Leben von Kindern in anderen Ländern auseinandersetzen. „Es ist zum Beispiel für die Kinder wichtig zu lernen, wann es welche regionalen Produkte zu essen gibt“, sagt Lilo Paßlick. „Das muss aber nicht in jeder Kita gleich sein.“

Kinder bemalen Stoffbeutel

Fünftens müssen die Kindergärten Öffentlichkeitsarbeit machen, also beispielsweise bei Elternabenden oder auf der eigenen Internetseite über die Aktionen berichten.

Die Kindergärten engagieren sich bereits bei der Fairen Woche. Seit Jahren richten sie morgens ein „faires Frühstück“ aus. In diesem Jahr gestalten die Kinder zudem einige Stofftaschen mit dem Aufdruck „(M)eine für immer“, die als Teil der Aktion „Plastiktütenfreier Kreis Steinfurt“ an die Kommunen verteilt wurden.

Kommt zum Engagement eine Auszeichnung?

Ein paar Kindergärten planen, die Taschen als Turnbeutel für die Kinder zu nutzen. Die bunt bemalten Beutel, die nicht in den Kitas gebraucht werden, verteilt der Arbeitskreis Faire Woche am 14. September (Samstag) auf dem Wochenmarkt.

Engagement in Sachen Fairer Handel ist bei den aktuell sechs Nordwalder Kitas bereits vorhanden, vielleicht kommt bald eine entsprechende Auszeichnung dazu. Lilo Paßlick ist optimistisch, dass in Zukunft einer oder mehrere Kindergärten sich als „Faire Kita“ bezeichnen können: „Wir hoffen und denken, dass das einige machen. Das wäre super. Im Kreis Steinfurt gibt es bislang nur eine Kita in Emsdetten, die zertifiziert ist.“

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