Bahnstrecke Münster-Lünen-Dortmund
„Wir fordern den Komplett-Ausbau“

Dortmund -

Der Kreis derjenigen, die sich für den vollständigen Ausbau der eingleisigen Bahnstrecke Münster-Lünen-Dortmund starkmachen, wird immer größer. Und er steht in einer immer klareren Frontstellung zum Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn.

Donnerstag, 29.08.2019, 19:06 Uhr
Im Ton freundlich, in der Sache knallhart: Ullrich Sierau (l.) und Markus Lewe unterzeichnen die Briefe, mit denen Bahnvorstand Lutz und Bundesverkehrsminister Scheuer nach Dortmund eingeladen werden.
Im Ton freundlich, in der Sache knallhart: Ullrich Sierau (l.) und Markus Lewe unterzeichnen die Briefe, mit denen Bahnvorstand Lutz und Bundesverkehrsminister Scheuer nach Dortmund eingeladen werden. Foto: Elmar Ries

Am Donnerstag trafen sich über 25 Vertreter der inzwischen „Bahnbündnis Westfalen“ getauften Gruppe, um dreierlei zu tun: erneut auf die dringende Notwendigkeit des zweiten Gleises auf der ganzen Strecke hinzuweisen, noch einmal deutlich zu machen, dass sie sich von Bund und Bahn nicht ernst genommen fühlen – und dementsprechend sauer sind. Und – das war neu: zu verkünden, dass Anfang Dezember in Dortmund ein Bahn-Gipfel stattfinden wird, der ein Thema, aber zwei geladene Gäste hat: Bundesverkehrsminister An­dreas Scheuer (CSU) und Bahnvorstand Dr. Richard Lutz.

Einer der schlimmsten Engpässe

„Die Strecke Münster-Lünen-Dortmund ist einer der schlimmsten Engpässe im gesamten Netz der Bahn“, betonte der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau erneut. Das müsse anders werden. „Und wir wollen das sofort.“

Vollmundig hatte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann bei der Eröffnung des münsterischen Hauptbahnhofs 2017 das zweite Gleis versprochen – und schlichtweg verschwiegen, dass die Bahn anstelle der zunächst geplanten 27 Kilometer lediglich sechs auszubauen gedenkt. Das wurde erst im April dieses Jahres zufällig öffentlich.

Zukunftsfähigkeit der Region

Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, geht es bei dem Ausbau ne­ben einer „nachhaltigen Mobilität“ auch um die Zukunftsfähigkeit der Region. Ins gleiche Horn stießen am Donnerstag die Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern Dortmund und Nord Westfalen, Stefan Schreiber und Dr. Fritz Jaeckel. Sauer zeigte sich Lewe erneut über die empfundene Reaktion der Bahn-Spitze bei ersten Kontakten.

„In Berlin scheint die Notwendigkeit des kompletten Ausbaus noch nicht gesehen zu werden“, sagte Sierau süffisant. Da wolle man beim Bahn-Gipfel ein wenig nachhelfen. „Da muss jetzt etwas passieren.“ Die sechs Kilometer allein seien jedenfalls „kalter Kaffee“.

Fest steht: Sollten Lutz und Scheuer der Einladung wirklich folgen, werden sie ganz schön etwas zu hören bekommen.

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