Eichenprozessionsspinner
Keine Patentlösung in Sicht

Greven -

Um im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner besser gerüstet zu sein, will die Stadt einen Hubsteiger für die TBG anschaffen, der beim Absaugen der Spinner gute Dienste tun dürfte, aber auch bei anderen Arbeiten.

Freitag, 06.09.2019, 12:43 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 12:46 Uhr
Um den EPS zu bekämpfen braucht man Hubsteiger. Die TBG sollen einen neuen bekommen.
Um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen braucht man Hubsteiger. Die Technischen Betriebe Greven (TBG) sollen einen neuen bekommen. Foto: Josef Thesing

5000 Euro wollten die Linken bei der Stadt für Vogelhäuschen locker machen. „Wir sollten in der Politik anpacken und das private Engagement der Bürger unterstützen“, meinte Dominik Uhlenhake im Betriebsausschuss. Die Nistkästen sollten dann kostenlos abgegeben werden.

Allein: Die Idee im Kampf mit dem Eichenprozessionsspinner stieß auf wenig Gegenliebe im Betriebsausschuss, in dem TBG-Chef Aloys Wilpsbäumer den aktuellen Frontbericht lieferte. „Es reichen ja nicht nur Nistkästen“, sagte er mit Blick auf die Linken, „man muss die auch pflegen.“

Und um die natürlichen Feinde des fiesen Eichenprozessionsspinners zu fördern, gehöre quasi ein komplettes Naturförderprogramm dazu: „Dazu gehört auch ein wilder Garten.“ Und kein Steingarten.

Markt für Hubsteiger leergefegt

Was tatsächlich erst mal kommen soll, ist ein neuer Hubsteiger für die TBG, der beim Absaugen der Spinner gute Dienste tun dürfte, aber auch bei anderen Arbeiten. Der Markt dafür sei derzeit leer gefegt, sagte Wilpsbäumer, mit Glück stünde im Frühjahr nächstes Jahres einer zur Verfügung.

Von der SPD übrigens war der Vorschlag gekommen, die EPS-Männchen mit Pheromol-Fallen zu locken und einzusammeln. Auch das, meinte Wilpsbäumer, der sich offenbar in den Sommerferien gut belesen hatte, helfe nur in kurzen Perioden.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

1/7
  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Natürliche Feinde

Peter Borggreve (Grüne) forderte insgesamt „mehr Grün in der Stadt“. Das Thema werde die Politik weiter beschäftigten.

Der EPS hat einige natürliche Feinde wie den Kuckuck und den Pirol, die ihn auch im ausgewachsenen Zustand mit Härchen fressen können. Die Blaumeise vertilge die Larven in einem früheren Stadion, während ihrer eigenen Aufzuchtphase.

Aber die Natur habe sich verändert, meinte auch Wolfgang Voß von der SPD: „Ich habe seit Jahren keinen Kuckuck mehr gehört.“

Die Stadt werde weiter beim Absaugen der EPS an neuralgischen Stellen bleiben, meinte Wilpsbäumer. Da, wo die Kontaktgefahr besonders hoch ist.

Nachrichten-Ticker