Investitionsstau am FMO
Flughafen Münster/Osnabrück benötigt 35 Millionen Euro

Greven -

Weil der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) un­­ter einem massiven Investitionsstau leidet, sollen die Gesellschafter zu dessen Beseitigung bis 2025 insgesamt 35 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung stellen. „Wir haben fünf mal sieben Millionen Euro beantragt“, bestätigte Geschäftsführer Rainer Schwarz am Donnerstag.

Freitag, 06.09.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 07:15 Uhr
Investitionsstau am FMO: Flughafen Münster/Osnabrück benötigt 35 Millionen Euro
Foto: Wilfried Gerharz

Das Geld soll unter anderem dazu verwendet werden, die marode Deckschicht der Startbahn sowie die Lichtsignale zu ersetzen, die Fluggastbrücken zu reparieren, ei­ne neue Gepäckförderung zu installieren, die Strom- und Kälteanlagen zu sanieren, neue Vorfeld- sowie Feuerwehrfahrzeuge anzuschaffen und die Flugzeugenteisung wieder flott zu machen. Insgesamt stehen Investitionen von 26 Millionen Euro an. Ursprünglich waren 13 Millionen Euro veranschlagt worden. Die übrigen neun Millionen Eu­ro sollen genutzt werden, um einen Kredit weiter zu bedienen, der vorfällig abgelöst werden sollte.

Von 2014 bis 2020 hatten die Gesellschafter – die drei großen sind die Städte Münster und Osnabrück sowie der Kreis Steinfurt – den Flughafen bereits mit 100 Millionen Eu­ro unterstützt. Das Geld wurde genutzt, um Bank-Verbindlichkeiten zu bedienen und Verluste aus dem operativen Geschäft auszugleichen. „Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den 35 Millionen Eu­ro um einen Kredit, den wir mit marktüblichen Zinsen zurückzahlen“, erklärte der FMO-Chef.

Schwarze Null in 2021?

In den kommenden Wochen steht das Thema in den politischen Gremien der Gesellschafter-Kommunen auf der Agenda. Ginge es nach Schwarz, würden Eigentümer und Aufsichtsrat den Kredit in der gemeinsamen Dezember-Sitzung beschließen.

FMO-Chef_Prof_ Rainer Schwarz_PIER

Rainer Schwarz Foto: Gunnar A. Pier

Die Pleite der Fluggesellschaft Germania im Februar hat den FMO in seinem operativen Geschäft um zwei Jahre zurückgeworfen, sagte Schwarz weiter. Zunächst hatte der Flughafen für dieses Jahr eine schwarze Null anvisiert. „Die werden wir voraussichtlich 2021 erreichen.“

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