Katrin Sebbel kümmert sich um freilebende Katzen
Ein Herz für wilde Streuner

Lüdinghausen -

Um wildlebende Samtpfoten im Stadtgebiet kümmert sich der Verein „Streunerkatzen Lüdinghausen.“ Die Tiere werden gefüttert und gegebenenfalls auch medizinisch versorgt. In erster Linie sorgt der Verein allerdings dafür, dass diese Tiere kastriert werden und sich nicht weiter vermehren.

Freitag, 13.09.2019, 08:00 Uhr
Wildlebende Katzen kommen in der Regel gut alleine zurecht. Der Verein „Streunerkatzen Lüdinghausen“ kümmert sich um die Tiere und sorgt dafür, dass sie kastriert werden und sich nicht vermehren.
Wildlebende Katzen kommen in der Regel gut alleine zurecht. Der Verein „Streunerkatzen Lüdinghausen“ kümmert sich um die Tiere und sorgt dafür, dass sie kastriert werden und sich nicht vermehren. Foto: dpa

Katzen, die keinen Platz am warmen Ofen haben, auf die zu Hause nicht der persönliche „Dosenöffner“ wartet und die niemanden haben, der ihnen das Fell krault – um diese Tiere kümmert sich Katrin Sebbel vom Verein „Streunerkatzen Lüdinghausen“. Im Stadtbereich gibt es mehrere wildlebende Samtpfoten, die Sebbel täglich im Blick hat, denen sie Futter bringt und wenn nötig auch medizinische Versorgung zukommen lässt.

In erster Linie ist es Aufgabe des Vereins, verwilderte Katzen einzufangen und kastrieren zu lassen.

Kathrin Sebbel

„In erster Linie ist es Aufgabe des Vereins, verwilderte Katzen einzufangen und kastrieren zu lassen, damit sie sich nicht weiter vermehren“, sagt Sebbel. Grundsätzlich kämen diese wilden Katzen gut alleine zurecht. Sie fangen Mäuse und ernähren sich selbst. Es sei auch besser, diese Tiere weiter frei leben zu lassen, denn sie seien keine Stubentiger und wollten auch keine werden, ist Sebbel überzeugt.

„Es werden immer noch viele Katzen ausgesetzt“, sagt die engagierte Tierfreundin, die an ihren Futterstelle immer wieder auf neue Miezen trifft. Sind fremde Tierer dabei, stellt Sebbel eine Falle auf. Tappt die Katze hinein, wird sie anschließend von einer Tierärztin gründlich untersucht, gegen Parasitenbefall behandelt und gegebenenfalls kastriert.

Handelt es sich um ein registriertes, gechipptes oder tätowiertes Tier, bringt Sebbel es ins Tierheim. Ebenso, wenn es sich offensichtlich um eine zahme Katze handelt. Die wilden Minitiger werden anschließend in der Regel wieder freigelassen und von Vereinsmitgliedern weiter betreut.

Ist allerdings eine Katze ernsthaft erkrankt, werde das Tier auch von seinen Leiden erlöst. „Dieser Schritt ist insbesondere aus Tierschutzgrüngen manchmal unvermeidlich.“

Sebbel und ihre Kollegen arbeiten eng mit Polizei und Stadtverwaltung zusammen. „Wir informieren sie darüber, wo wir Fallen aufstellen und kennzeichnen diese auch“, sagt die Tierschützerin. Denn grundsätzlich sei es verboten, Fallen aufzustellen, betont Sebbel. Der Verein habe dafür eine Ausnahmegenehmigung. Im vergangenen Jahr hat die Streunerhilfe in Lüdinghausen rund 80 Katzen kastrieren lassen. Zwischen 50 und 80 Euro kostet die Operation. Einen Teil der Kosten übernimmt der Kreis Coesfeld, den Rest der Verein. „Wir verhindern mit unserer Arbeit bei einer Katze pro Jahr durchschnittlich zwölf Nachkommen, die ebenfalls ein Leben auf der Straße erwartet hätte“, sagt die Tierschützerin.

Seit dem 1. August gilt im Kreis Coesfeld die Katzenschutzverordnung

Seit dem 1. August gilt im Kreis Coesfeld die Katzenschutzverordnung, die besagt, dass jedes Tier, das Freigang erhält, kastriert sein muss. Katzenbesitzer, die sich daran nicht halten, erwartet eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro. Sebbel hofft, dass ihr künftig weniger wilde Katzen begegnen, glaubt aber noch nicht so richtig daran. Der Verein „Streunerkatzen“ ist am Wochenende mit einem Stand beim Stadtfest vertreten und informiert über seine Arbeit.

Zum Thema

Wer den Verein „Streunerkatzen“ unterstützen will, kann sich an Katrin Sebbel (' 01 57/ 57 19 37 83) oder Dagmar Tschentscher-Reimann (' 0176/ 38 37 87 13) oder per E-Mail an streunerkatzen2017 ­@gmx.de wenden. Die Nummer des Spendenkontos lautet IBAN: DE53 4015 4530  0038 4521 32. Außerdem stehen in einigen Supermärkten Spendenboxen für Katzenfutter bereit.

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