Freispruch in Prozess wegen Laserpointer-Attacke
Angeklagter hat ein Alibi

Lengerich/Tecklenburg -

Im Mai soll jemand an der Tecklenburger Straße mit einem Laserpointer auf mehrere Personen gezielt haben. Der Vorfall führte jetzt zu einem Prozess vor dem Amtsgericht Tecklenburg.

Samstag, 14.09.2019, 05:41 Uhr aktualisiert: 14.09.2019, 12:15 Uhr
 
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Mit einem recht ungewöhnlichen Fall von Körperverletzung hat sich am Freitag das Amtsgericht Tecklenburg befasst. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass der Vorfall sich mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum so ereignet habe dürfte, wie von der Vertreterin der Anklage vorgetragen.

Am 13. Mai diesen Jahres soll der 21-jährige Angeklagte in Lengerich an der Tecklenburger Straße aus einem Fenster heraus auf mehrere Personen mit einem Laserpointer gezielt haben. Ein Geschädigter erstattete Anzeige, die Polizei ermittelte den mutmaßlichen Täter und stellte einen Laserpointer sicher. Soweit der Ablauf der Tat aus Sicht der Staatsanwaltschaft.

Bei dem Laserpointer handelte es sich allerdings nicht um ein Gerät, wie es beispielsweise in anderen Fällen schon genutzt wurde, um Piloten von Flugzeugen zu blenden. Vielmehr war es ein Pointer der Gefahrenklasse II. Diese sind als Alternative zum klassischen Zeigestock in Schulen, Büros und Firmen weit verbreitet und als nicht gefährlich eingestuft werden. Wieso am Freitag gleichwohl der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung erhoben wurde, wurde während der Verhandlung nicht deutlich. Es wurde auch nicht geklärt, ob die Person, die Anzeige erstattet hatte, schwer verletzt worden war oder gar bleibende Schäden zurückbehalten hat.

Angeklagter kommt ohne Anwalt

Stattdessen legte der junge Mann, der sich auf der Anklagebank wiederfand, gleich zu Beginn seiner Vernehmung Unterlagen seines Arbeitgebers vor. Diese belegten offenbar zweifelsfrei, dass er sich zum Tatzeitpunkt an seiner Arbeitsstelle in Ibbenbüren aufgehalten hatte. Warum er sich trotzdem wegen der beschriebenen Vorwürfe verantworten sollte? Eine weitere Frage, die am Freitag unbeantwortet blieb. Der 21-Jährige schien sich gleichwohl recht sicher zu sein, dass er sauber aus der Geschichte herauskommen würde. Einen Anwalt hatte er jedenfalls keinen dabei.

Die Vernehmung des Zeugen, auf den im Mai mit einem Laserpointer gezielt worden sein soll und dessen Aussagen als glaubwürdig eingestuft wurden, brachte keine neuen Erkenntnisse zum Tathergang. Weitere Beteiligte wurden nicht gehört. So blieb der Staatsanwaltschaft nichts anderes übrig, als für den Angeklagten einen Freispruch zu beantragen. Diesem Antrag folgte der Richter. Damit hat die Staatskasse die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Ob weitere Ermittlungen zu der Tat angestellt werden, wollte die Anklagevertreterin nach Abschluss der Verhandlung gegenüber den WN nicht sagen.

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