Susanne Sendernmann pflegt zwei Igel-Kinder
Stachelige Waisen halten auf Trab

Herbern -

Mit viel Liebe und Einsatz päppelt Susanne Sendermann zwei kleine Igel auf, die ihre Mutter verloren haben. Sobald die Tiere kräftig genug sind, sollen sie in die Natur zurückkehren.

Dienstag, 01.10.2019, 15:00 Uhr
Susanne Sendermann freut sich, dass ihre beiden Igel-Findelkinder prächtig gewachsen sind und allmählich eine Überlebenschance in der freien Natur anfuttern.
Susanne Sendermann freut sich, dass ihre beiden Igel-Findelkinder prächtig gewachsen sind und allmählich eine Überlebenschance in der freien Natur anfuttern. Foto: iss

Das ist vielleicht ein Gewusel: Zwei junge und putzmuntere Igel-Kinder halten Susanne Sendermann ganz schön auf Trab. Von morgens bis abends kümmert sich die Herbernerin um die Waisen. So niedlich die Geschichte auch ist, sie hat einen traurigen Hintergrund: Die Igelmutter ist offenbar wenige Tage nach der Geburt ihres Nachwuchses gestorben. Das vermutet Familie Sendernmann, denn ein überfahrener Igel lag auf der Hauptstraße am angrenzenden Garten. Und dort in der Nähe wurden die beiden Findelkinder entdeckt.

Heinrich Sendermann, der Vater von Susanne Sendermann hatte vor gut einer Woche zunächst einen der zwei Igel im heimischen Garten gefunden. Und nachdem sich ganz offensichtlich niemand um den kleinen Streuner kümmerte, nahm er das Tierchen zu sich. Tochter Susanne holte sich daraufhin Informationen bei der Igelnothilfe Dortmund und beim Tierarzt. Als dann noch ein weiteres Igelbaby hinzukam, übernahm die Herbernerin direkt die Patenschaft für alle beide Stachelkinder. „Der zweite Igel war schon mit 104 Gramm sehr klein. Der wollte auch erst nicht fressen. Erst als der große ihn ein paarmal angestupst hatte, ging es. Alle zwei Tage kontrolliere ich das Gewicht. Das ist ja auch Stress für die Tiere“, erzählt die Pflegemutter.

Wegen des Dackelrüde Karlsson, der zur Familie gehört, wurde das Nest vorsichtshalber in die Garage verlegt. In einer großen Kiste – ausgestattet mit Pappe und zusammengeknülltem Zeitungspapier – fühlen sich die beiden Waisen wohl. Die Mahlzeiten, die alle drei Stunden verabreicht werden und jeweils eine Stunde in Anspruch nehmen, sind inzwischen zur Routine geworden. „Ich bereite morgens jetzt immer Rührei vor. Das schmeckt ihnen gut. Aber auch Katzenfutter und Fencheltee gibt es für die kleinen Igelbabys“, berichtet Sendermann.

Die Vollpension, die die Stachelkinder genießen, bekommt ihnen augenscheinlich gut. Die Kleinen wogen zunächst zwischen 104 und 119 Gramm, mittlerweile hat der kleine Igel 117 Gramm auf den Rippen und der große 202 Gramm. Wenn sie kräftig genug sind, werden die beiden natürlich wieder ausgesetzt, betont die Herbernerin. „Es sind schließlich Wildtiere.“ Ob das bis zum Beginn des Winters klappt, ist allerdings ungewiss, denn nach Auskunft der Fachleute sollten die Tiere mindestens 400 bis 500 Gramm schwer sein, damit die Überlebenschancen gut stehen. Allein gelassen werden die Kleinen auf jedem Fall nicht.

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