Dita-von-Teese-Porträt
Bürgermeister beendet skurrilen Bilderstreit

Coesfeld -

Die Teilnehmerin eines VHS-Malkurses malt die Burlesque-Tänzerin Dita von Teese - in Strapsen. Die Volkshochschule bekommt kalte Füße und will das Bild nicht ausstellen. Ein skurriler Streit bricht los - jetzt hat der Bürgermeister entschieden...

Donnerstag, 03.10.2019, 10:00 Uhr
Das Bild von Dita von Teese führte zu einer heftigen Debatte.
Das Bild von Dita von Teese führte zu einer heftigen Debatte. Foto: Detlef Scherle

Durch ein Machtwort hat Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann jetzt den Streit um ein Bild in seiner Stadt befriedet.

Zum Hintergrund: Schon seit Jahren werden regelmäßig Arbeiten der Teilnehmer an Kunstkursen der Volkshochschule in deren Fluren ausgestellt. Beim letzten Mal wurde das aber einer Teilnehmerin, die die berühmte Burlesque-Tänzerin Dita von Teese in Strapse porträtiert hatte, verweigert – und zwar mit dem Hinweis, dass ihr Bild männliche Teilnehmer von Deutschkursen „erregen“ könnte.

Freiheit der Kunst

Als das öffentlich wurde, rollte in der Stadt eine breite Empörungswelle. Von Zensur und falsch verstandener Integrationspolitik war die Rede. Zuletzt boten mehrere Inhaber von Geschäften in der Innenstadt an, das Bild in ihren Schaufenstern zu zeigen. Tatsächlich hängt das Bild seit Mittwoch in einem Coesfelder Reisebüro.

Bürgermeister Öhmann, der sich bislang bedeckt gehalten hatte, nahm das wohl zum Anlass, eine Kehrtwende in der bisherigen Bewertung durch seine Mitarbeiter zu vollziehen: „Alle Bilder gehören ausgestellt und zwar ohne, dass vorab eine Auswahl getroffen wird“, stellte er klar. Es gelte die Freiheit der Kunst. Noch vor einer Woche hatte er, als in der Ratssitzung eine Bürgeranfrage zu dem Thema kam, keinen Grund gesehen, von der bisherigen Entscheidung abzurücken.

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