Landwirtschaft
Strukturwandel beschleunigt sich: Angst und Zorn bei Bauern

Münsterland/Köln -

Die Unruhe ist groß: Innerhalb der deutschen Landwirtschaft wächst die Angst vor einem flächendeckenden Sterben einer ganzen Branche. 

Montag, 07.10.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 06:53 Uhr
Landwirtschaft: Strukturwandel beschleunigt sich: Angst und Zorn bei Bauern
Anlässlich der Agrarministerkonferenz in Mainz-Finthen im September hielt der Deutsche Bauernverband gemeinsam mit anderen Landesbauernverbänden eine Kundgebung ab: Landwirte zeigten während einer Kundgebung ein Plakat mit der Aufschrift "Stop! Umweltschutz geht nur mit uns, nicht gegen uns!". Foto: dpa

Nach Ansicht vieler Bauern und ihrer Vertreter sorgen weitere politische Auflagen, ein harter Wettbewerbsdruck innerhalb des Lebensmitteleinzelhandels sowie ein negatives gesellschaftliches Klima dafür, dass sich der Strukturwandel weiter beschleunigen wird. Sichtbares Zeichen sind zahlreiche grüne Kreuze, die auch im Münsterland an vielen Höfen und Straßen stehen.

Anlässlich der Eröffnung der Anuga, der weltgrößten Ernährungsmesse in Köln, schlägt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Alarm. „Die neuen Herausforderungen auf den Höfen mit Auflagen zur Tierhaltung, dem Wasserschutz und der Luftreinhaltung müssen endlich mit höheren Erzeugerpreisen bezahlt werden“, kritisiert Bernd Schmitz, Landesvorsitzender der AbL in NRW.

„Schon jetzt reichen die Erzeugerpreise etwa bei Milch und Getreide nicht aus, um die Kosten im Rahmen der guten fachlichen Praxis zu bezahlen.“ Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels lobe sich, so Schmitz weiter, in Sachen Biologische Vielfalt, drücke aber „gleichzeitig die Erzeugerpreise oder liste Anbieter wegen Preisforderungen“ aus.

Kritik an den bundespolitisch Verantwortlichen

Doch nicht nur der Lebensmitteleinzelhandel zieht sich den wachsenden Zorn der Landwirte zu. Auch von den bundespolitisch Verantwortlichen in Berlin sehen sich nicht nur der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sondern auch viele regionale Interessenvertreter im Stich gelassen.

Besonders in der erneuten Verschärfung der Nitrat-Richtlinie, die die beiden Ministerinnen Svenja Schulze (SPD) und Julia Klöckner (CDU) zur EU-Kommission geschickt haben, sehen viele Tiermastbetriebe eine erneute wirtschaftliche Schwächung vor allem gegenüber der ausländischen Konkurrenz.

Auch das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ verhindert aus Sicht der Landwirte eine wirksame Bewirtschaftung der Felder.

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