Vizepräsidentin der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft
Ursula Mindermann wurde die Einreise nach Israel verweigert

Telgte -

Ursula Mindermann, die sich seit vielen Jahren für Palästina engagiert, wurde jetzt die Einreise nach Israel verweigert.

Dienstag, 08.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 10:15 Uhr
Ursula Mindermann wurde jetzt, nachdem sie schon mehrfach nach Israel sowie Palästina gereist ist, eine weitere Einreise in das Land verboten.
Ursula Mindermann wurde jetzt, nachdem sie schon mehrfach nach Israel sowie Palästina gereist ist, eine weitere Einreise in das Land verboten. Foto: Schwerdt

Es sollte ein zweiwöchiger Aufenthalt werden. Doch schon nach wenigen Stunden saß Ursula Mindermann in einem Flieger, der sie auf direktem Wege zurück ins heimatliche Münsterland brachte. Ihr eigentliches Reiseziel: Israel.

Doch die Behörden des Mittelmeer-Staates ließen die Telgterin am frühen Morgen des 2. Oktober nicht ins Land. Der Vorwurf laut amtlichem Dokument des israelischen Innenministeriums: Die Verhinderung von illegaler Einwanderung. „Das ist völlig lächerlich“, zeigt sich Mindermann empört. Sie habe eine Familie, ein Haus und ein eigenes Geschäft in Telgte.

Ehrenamtliches Engagement für die Menschen in Palästina

Ursula Mindermann reist regelmäßig nach Israel. Seit einigen Jahren engagiert sie sich dort für Palästina und ist Vizepräsidentin der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG). Mit Politik und politischen Funktionären beider Seiten im Nahost-Konflikt habe sie aber nichts zu tun. „Ich möchte nicht vereinnahmt werden“, sagt die Telgterin.

„Mir geht es um die einfachen Menschen vor Ort. Und ich möchte das Land verstehen“, erklärt sie ihr ehrenamtliches Engagement. Auf den regelmäßigen Reisen nach Israel und Palästina kümmert sich Mindermann nach eigenen Angaben für die Gesellschaft um zwei Projekte: Ein Erfrischungsgetränk aus Kaktusfeigen, das lokalen Bauern zugutekommen soll und ein kleines Ladengeschäft, das Produkte aus Flüchtlingslagern verkauft. Ein Flyer zum Kaktusfeigen-Getränk weist sie als Projektmanagerin aus.

Behörden zweifeln Zweck der Reise an

Den Ablauf ihrer fehlgeschlagenen Einreise schildert Mindermann wie folgt: Nach dem Vorzeigen ihres Reisepasses sei sie von zwei Beamtinnen abgeführt und in einem separaten Raum befragt worden. Dort seien ihr unter anderem Fotos von ihr an Checkpoints innerhalb Israels gezeigt worden. Auf die Frage nach dem Zweck ihrer Reise antwortete Mindermann stets mit „Tourismus“.

Unserer Anfrage zufolge wurde Ursula Mindermann die Einreise verweigert, nachdem sie am Flughafen nicht die Wahrheit über die Umstände ihrer Besuche in Israel gesagt hatte.

Shir Gideon, Pressesprecherin der israelischen Botschaft in Berlin

Und hier liegt laut israelischen Behörden wohl das Problem. „Unserer Anfrage zufolge wurde Ursula Mindermann die Einreise verweigert, nachdem sie am Flughafen nicht die Wahrheit über die Umstände ihrer Besuche in Israel gesagt hatte“, erklärte Shir Gideon, Pressesprecherin der israelischen Botschaft in Berlin, auf Anfrage der WN-Lokalredaktion.

Am Montagmorgen mit dieser Aussage konfrontiert, bleibt die Kommunalpolitikerin bei ihrer Aussage. „Ich war privat dort. Niemand in Palästina wusste überhaupt, dass ich einreisen wollte.“ Lediglich das Datum von Hin- und Rückflug habe festgestanden. . .

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