Stork holt Fachhandelspreis in Gold
Der beste Weinhändler Deutschlands sitzt in Lüdinghausen

Lüdinghausen -

Statt guten Morgen sagt der nette Herr, der gerade den Laden betritt: „Herzlichen Glückwunsch.“ Der gilt Karin Stork, die den Kunden in Empfang nimmt.

Samstag, 19.10.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 19.10.2019, 17:06 Uhr
Karin und Jan Stork sowie Stefan Streckert (l.) freuen sich riesig über den deutschen Fachhandelspreis in Gold. Der Preis ist für sie „Belohnung und Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“.
Karin und Jan Stork sowie Stefan Streckert (l.) freuen sich riesig über den deutschen Fachhandelspreis in Gold. Der Preis ist für sie „Belohnung und Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen“. Foto: Stork

„Guten Morgen“ sagt der nette Herr, der gerade die Tür hinter sich schließt, nicht. Seine ersten Worten, als er Karin Stork erblickt, lauten: „Herzlichen Glückwunsch.“ Der Grund für diese Begrüßung: Wein Stork ist gerade in Heilbronn zum besten Weinfachhändler Deutschlands gekürt worden. Anders ausgedrückt: Das Team Karin Stork, Jan Stork und Stefan Streckert hat den deutschen Fachhandelspreis in Gold nach Lüdinghausen geholt. Die Jury befand unter anderem: „Gemeinsam mit Winzern aus den deutschen Weinregionen, deren Weine das Angebot dominieren, kreieren die Storks zudem Exklusivlabels und begeistern ihre Kunden mit einem trendigen Weinmobil auf Abendmärkten in der Region.“

50 Prozent des Weines wird bei Aldi gekauft

Preise für die Erzeuger, erläutert, zurück in Lüdinghausen, Jan Stork im Gespräch mit unserer Zeitung, gebe es viele. Für die Händler sehe das anders aus. Den Preis, den das Trio jetzt bekommen hat, verleiht das Deutsche Weininstitut jährlich in Kooperation mit der Fachzeitschrift Wein+Markt. Dass es so einen Preis seit knapp zehn Jahre gibt, sei wichtig, um die Händler zu motivieren und zu unterstützen, sagt Jan Stork. Über 50 Prozent des Weins, den die Deutschen kauften, gingen bei Aldi übers Band an der Kasse - „die anderen Discounter kommen noch hinzu“, erklärt der Weinhändler. Der Fachhandel habe beim Verkauf gerade einmal einen Anteil von sieben bis acht Prozent.

Jan Stork und Team setzen in erster Linie auf deutsche Weine und hier auf Weißweine. Das Klima dafür sei in Deutschland ein gutes. Europäische Weine gibt es überdies, aber Weine aus Übersee – Chile, Argentinien oder Südafrika etwa – findet der Kunden bei ihnen nicht. Jan Stork bringt den Grund dafür so auf den Punkt: „Wir möchten unseren Kunden von dem Typen, dem Charakterkopf erzählen, der hinter dem Wein, dem Produkt steht.“ Logisch: Dazu sollte man diesen persönlich kennen. Weine aus Übersee könnten per Katalog bestellt werden, das sei nicht seins. Lange Reisen immer wieder auch nicht.

Digitalen Wein gibt es nicht

Das Geschäft für Wein und Spirituosen in Lüdinghausen haben Jan Stork, seine Frau und Stefan Streckert, der vor allem für die Spirituosen verantwortlich ist, in den vergangenen Jahren modernisiert, von einer „Transformation“ spricht Jan Stork in diesem Zusammenhang. Ein großer Holztisch im hintern Bereich lädt zum Verweilen ein. Geschickt installierte LED-Lichttechnik sorgt für eine Helligkeit und für Effekte, die gerade an grauen Tagen den Wohlfühl-Quotienten deutlich steigern.

Immer wieder gehen die Drei aber auch raus - zu ihren Kunden, laden etwa in den Hangar Borkenberge zur Lesung und Verkostung ein. Die Vernetzung und Kooperation mit örtlichen Gastronomen oder die literarische Veranstaltungsreihe „Wein & Wort“ sind Jan Stork wichtig. Er ist überzeugt: „Der Kunde ist der Mittelpunkt des Handels im Haus Stork und zeigt, dass gerade in Zeiten der Digitalisierung stationärer Fachhandel eine echte Chance hat“. Wein digital bei Stork bestellen? Geht nicht. Eintrittskarten für Events sind aber sehr wohl online erhältlich. „Und die sind sofort weg.“

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