Die Sucasa-Gruppe hat die Börse gekauft
Neues Leben in alten Mauern?

Lengerich -

Von „Lokalpatriotismus“ spricht Dirk Oliver Haller, wenn es um die Börse an der Bergstraße geht. Er ist Geschäftsführer der Sucasa-Gruppe. Das Unternehmen hat die Immobilie gekauft und will sie sanieren. Etabliert werden soll ein Gastronomiebetrieb.

Donnerstag, 31.10.2019, 05:09 Uhr
Geschäftsführer Dirk Oliver Haller hat bereits recht genaue Vorstellungen, was mit der Börse passieren soll. Er sucht nun einen Gastronomen, mit dem er die Pläne umsetzen kann.
Geschäftsführer Dirk Oliver Haller hat bereits recht genaue Vorstellungen, was mit der Börse passieren soll. Er sucht nun einen Gastronomen, mit dem er die Pläne umsetzen kann. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Weht bald frischer gastronomischer Wind in der Börse. Die Chancen scheinen nicht schlecht zu stehen. Die Sucasa-Gruppe hat die Immobilie an der Bergstraße gekauft. Geschäftsführer Dirk Oliver Haller sagt, dass das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden soll, um es dann als Restaurant oder ähnliches zu nutzen.

Der 46-jährige Lengericher begründet sein Engagement mit „Lokalpatriotismus“. In der Stadt und gerade an so exponierter Stelle müsse etwas passieren. Einiges sei in dem Haus bereits gemacht worden, der Großteil der Arbeiten stehe aber noch an. Einen Architekten und auch einen erfahrenen Inneneinrichter habe er an der Hand, „Ideen und Know-how“, um das Projekt zu realisieren, seien ebenfalls vorhanden. Was es brauche, sei ein Gastronom, der mit an Bord komme. Haller schwebt vor, den als Geschäftsführer der eigens gegründeten Sucasa-Tochter Project L einzusetzen. Mit diesem Modell will er das Vorhaben absichern und die nötige Unterstützung gewährleisten. Aber er schließt auch nicht aus, die Börse zu verpachten, wenn ein Interessent ein überzeugendes Konzept vorlegt.

Er könne sich beispielsweise gut ein Steakhouse an der Bergstraße 6 vorstellen, eine Location mit bayerischem Flair – „ein Biergarten ist ganz wichtig“ – oder auch ein Irish-Pub. „Das würde besonders gut zur Inneneinrichtung passen, die weitgehend erhalten bleibt.“

„22. Mai anno 1760“ ist auf der Eingangsseite der Börse zu lesen. Immobilienfachmann Haller lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass die Zukunft eines derart historisch wertvollen Gebäudes an einem solchen Standort – „die Lage ist top“ – gesichert werden müsse. Mit dem Aufbau einer neuen Gastronomie glaubt er zudem dem Wunsch vieler Lengericher zu entsprechen – auch vor dem Hintergrund, dass das „Esszimmer“ am Kirchplatz, wie berichtet, bald Platz machen muss für eine Neubebauung.

Um die 400 Quadratmeter auf Vordermann zu bringen und für die Wiedereröffnung bereit zu machen, bedürfe es gleichwohl noch einiges an Zeit. „Wenn das Konzept steht, sechs bis sieben Monate“, schätzt Haller.

Als Mann vom Immobilien-Fach hat er so etwas offenbar schnell überschlagen. Mit der Sucasa-Gruppe sei die Familie seit Langem am Markt, erzählt er. Und das in einem Umkreis von rund 150 Kilometern. Häuser, die gekauft und entwickelt würden, behalte man grundsätzlich in der eigenen Hand. „Wir haben noch nie eines verkauft.“ Zum Bestand gehören seinen Worten zufolge auch einige Wohngebäude in Lengerich.

Dirk Oliver würde sich übrigens freuen, wenn sich Personen, die alte Fotos von der Börse haben, mit ihm in Verbindung setzen.

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