Radikales Sparprogramm geplant
Sparda-Bank schließt 43 ihrer 82 Filialen

Münster/Düsseldorf -

Tabula rasa bei der Sparda-Bank West: Auf ihre Millionenverluste im operativen Geschäft und die anhaltende Niedrigzinspolitik reagiert die Genossenschaftsbank mit Sitz in Düsseldorf und Münster mit einem radikalen Sparprogramm.

Sonntag, 03.11.2019, 18:51 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 19:06 Uhr
Radikales Sparprogramm geplant: Sparda-Bank schließt 43 ihrer 82 Filialen
Die Zentrale der Sparda-Bank West an der Joseph-König-Straße 3 in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

In den kommenden drei Jahren schließt die Sparda-Bank 43 ihrer heute noch 82 Filialen. Von diesem Schließungsprogramm ist das Münsterland betroffen mit den Filial-Standorten Münster Zentrum Nord (Schließung Juni 2020), Münster Hauptbahnhof (Dezember 2022), Gronau und Coesfeld.

Unbestätigten Berichten zufolge sind von diesen Sparplänen rund 250 der insgesamt gut 1000 Mitarbeiter betroffen; 187 durch die Filialschließungen und weitere 70 in den Zentralabteilungen in Düsseldorf und Münster.

Offenbar gibt es auch Überlegungen, sich von der Immobilie in Münsters Zentrum Nord, bis zur Fusion 2018 stolze und moderne Zentrale der früheren Sparda-Bank Münster, zu trennen. Dieses Gebäude soll zum Verkauf angeboten werden, die Bankmitarbeiter sollen dann in ein anderes Verwaltungsgebäude umziehen.

"Neuausrichtung der Filialstruktur"

Die frühere Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Münster, Silke Schneider-Wild, die ursprünglich Vorstand in der fusionierten Sparda-Bank West in Düsseldorf werden sollte, hat diesem Geldinstitut inzwischen den Rücken gekehrt und arbeitet als Generalbevollmächtigte bei der Sparda-Bank München.

Auf einer Mitarbeiterversammlung in Essen klärte der Sparda-Vorstand die Beschäftigten nicht nur über die „Neuausrichtung der Filialstruktur“, sondern auch über die zu erwartende Geschäftsentwicklung auf: Im operativen Geschäft inklusive der zuletzt aus dem Ruder laufenden Zinsabsicherungsgeschäfte plant die Bank unbestätigten Berichten zufolge bis 2023 mit einem jährlichen Verlust von zehn Mio. Euro, 2022 sogar mit 20 Mio. Euro.

Das Geschäftsgebiet der Sparda-Bank West umfasst Nordrhein-Westfalen und Teile Niedersachsens bis hin zu den Nordseeinseln.

Nachrichten-Ticker