Explosion in Mehrfamilenhaus
Borkener vor Gericht: Brandstiftung mit Ankündigung

Münster/Velen -

Psychische Probleme, die immer wieder zu Suizidabsichten führten, hatte ein heute 20-Jähriger aus Borken schon länger. Als er im August 2017 seine Medizin absetzte, „da er keine positive Wirkung verspürte“, verfinsterte sich sein Zustand.

Dienstag, 05.11.2019, 19:18 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 19:43 Uhr
Explosion in Mehrfamilenhaus: Borkener vor Gericht: Brandstiftung mit Ankündigung
Feuerwehr-Einsatz nach der Explosion in Velen. Foto: Christiane Göke

Psychische Probleme, die immer wieder zu Suizidabsichten führten, hatte ein heute 20-Jähriger aus Borken schon länger. Als er im August 2017 seine Medizin absetzte, „da er keine positive Wirkung verspürte“, verfinsterte sich sein Zustand. Am Tag drauf legte er in der Wohnung seiner Mutter Feuer. Seit Dienstag rollt das Landgericht Münster den Prozess neu auf.

Der Angeklagte war im März 2018 wegen besonders schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit fahrlässigem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten hin wurde das Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

Zwei Kanister Benzin gekauft

In seiner Einlassung schilderte der Angeklagte die Tat. Er habe an einer Tankstelle zwei Kanister Benzin gekauft und in allen Räumen verschüttet. Das entzündete er mit einem Feuerzeug. Beim Verlassen der Wohnung habe er Verbrennungen an den Händen und im Gesicht erlitten.

Ausführlich erörterte das Gericht die psychische Erkrankung, unter der der Angeklagte seit längerer Zeit litt. Schon seit geraumer Zeit habe er sich mit Suizidgedanken beschäftigt, die sich wegen eines bevorstehenden Umzuges noch verstärkt hätten. Seine Eltern bestätigten die Erkrankung ihres Sohnes. Der Vater sei mit ihm noch einige Tage zuvor zur Behandlung in eine Klinik nach Mark gefahren.

Angeklagter litt unter Depressionen

Breiten Raum nahm die Vernehmung der Freundin des Angeklagten ein. Sie führte ebenfalls aus, dass der Angeklagte seit längerer Zeit unter Depressionen litt und ihr von der geplanten Tat berichtet habe.

Der Prozess wird am 12. November fortgesetzt.

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