Wechsel im Generalvikariat
Frank Vormweg wird Nachfolger von Jochen Reidegeld

Münster -

Die Nachricht kam am Freitag überraschend: Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar im Bistum Münster, wechselt als Pfarrer nach Steinfurt. Schon vier Tage später gab das Generalvikariat am Dienstagmorgen bekannt, wer sein Nachfolger wird.

Dienstag, 12.11.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 11:54 Uhr
Frank Vormweg
Frank Vormweg Foto: Bischöfliche Pressestelle

Frank Vormweg wird neuer Leiter der Hauptabteilung Zentrale Aufgaben im Bischöflichen Generalvikariat in Münster. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle am Dienstagmorgen mit. Der 52-Jährige tritt Anfang kommenden Jahres die Nachfolge von Dr. Jochen Reidegeldan, der als Pfarrer und Kreisdechant nach Steinfurt wechselt. Vormweg hatte seit Mai 2017 die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat inne.

Frank Vormweg wurde 1967 geboren. Nach dem Abitur in Siegen studierte er in Münster und Paris Katholische Theologie. Von 1995 bis Anfang 2002 arbeitete er im Bistum Münster als Bildungsreferent. Parallel absolvierte er von 1999 bis 2001 an der Ruhr-Universität Bochum ein Fachstudium Arbeitswissenschaft. 2002 übernahm er die Leitung des Qualitätsmanagements in der Klinikverbund Westmünsterland GmbH mit Sitz in Borken. 2010 wurde er dort Personalchef. Diese Tätigkeit übte er fünf Jahre aus.

Im September 2015 wurde er Leiter der Serviceeinheit Personal im Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) in Bonn, ehe er im Mai 2017 ins Bischöfliche Generalvikariat nach Münster wechselte. Frank Vormweg ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Zur Hauptabteilung Zentrale Aufgaben im Bischöflichen Generalvikariat gehören unter anderem die Abteilungen Recht, Orden, Kirchenrecht, Revision, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit und Kultur. Zudem sind die Fachstellen Prävention, Organisationsentwicklung, Beschwerdemanagement, Controlling, IT-Sicherheit und Datenschutz sowie Kirchliches Meldewesen und die Geschäftsstelle des Diözesanrates hier angesiedelt.

Die Hauptabteilung hat gut 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Neue im Interview

Im Interview mit der Bischöflichen Pressestelle äußert sich Frank Vormweg zu dem bevorstehenden Wechsel:

Herr Vormweg, Sie geben die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge ab und übernehmen die Leitung der Hauptabteilung Zentrale Aufgaben. Das klingt zunächst ein wenig außergewöhnlich und überraschend. Welches sind die Gründe?

Vormweg: Ganz ehrlich war ich auch zunächst überrascht. Ich habe weder mit dem Wechsel von Domvikar Reidegeld gerechnet noch damit, dass ich wegen der Nachfolge angesprochen werde. Die Gründe für die schnelle Nachfolge liegen in den laufenden Veränderungsprozessen, die von der Hauptabteilung Zentrale Aufgaben gesteuert werden: Diese brauchen Kontinuität, es soll keine Lücke entstehen. Angesichts der Mitglieder- und Kirchensteuerentwicklung ist allen klar, dass es weder inhaltlich-pastoral noch finanziell noch personell so wie in der Vergangenheit weitergehen wird. Veränderungsprozesse brauchen moderne Steuerungselemente, eine klare Zielorientierung und die Vernetzung der Organisationseinheiten untereinander, dazu hat die Hauptabteilung Zentrale Aufgaben Kompetenzen gebündelt. Überdies: Für das Gelingen von Veränderungen sind auch Akzeptanz und Vertrauen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig, bei uns im Generalvikariat wie in den Pfarreien des Bistums. Aufgrund meiner bisherigen beruflichen Stationen bringe ich viele Erfahrungen für die Steuerung solcher Veränderungsprozesse sowie die damit einhergehenden Gesprächsprozesse auf allen Ebenen der Pastoral und der Verwaltung mit.

Worauf freuen Sie sich in der neuen Aufgabe am meisten und worin sehen Sie größten Herausforderungen?

Vormweg: Zunächst einmal habe ich durchaus Respekt vor der neuen Aufgabe. Ich schätze die hohe Fachlichkeit und Begeisterung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hauptabteilung. Ich sehe eine besondere Herausforderung darin, die genannten Veränderungsprozesse weiter gut und zielorientiert voran zu bringen. Dazu braucht es viel Dialog zwischen den Hauptabteilungen im Haus, ein starkes Verständnis für unsere gemeinsamen Aufgaben, ein Verstehen zwischen Pastoral und Verwaltung. In meinem eigenen beruflichen Werdegang habe ich immer wieder die Chance gehabt, sehr unterschiedliche Fachleute, Berufsgruppen, Expertinnen und Experten miteinander an einen Tisch und in den Dialog zu bringen. Dabei wurden oft nachhaltige Lösungen entwickelt. Das möchten wir auch im Generalvikariat erreichen.

Welches Verständnis von Leitung haben Sie dabei?

Vormweg: Die Leitung in Organisation wie dem Bischöflichen Generalvikariat ist für die Gesamtausrichtung verantwortlich, für klar formulierte und bedarfsgerechte Ziele, transparente und partizipative Kommunikation nach innen und außen. Dies geschieht in Übereinstimmung mit dem Auftrag, der Sendung der Kirche im Bistum Münster, mit Leitbild und Führungsgrundsätzen. Moderne Führung ist daher prozess- und dialogorientiert, bezieht die Stärken und Ressourcen der Mitarbeitenden ein und schafft Räume, dass diese wirksam werden. Die Mitarbeitenden im Haus wünschen sich mehr Klarheit über Strategie und Ziele, dies habe ich in den zweieinhalb Jahren meiner Tätigkeit hier immer wieder in Gesprächen und Sitzungen gesagt bekommen. Überdies sind für das Gelingen der Veränderungsprozesse die Mitarbeitenden-Zufriedenheit sowie die Personalentwicklung wesentliche Faktoren. Meine Aufgabe in der Leitung einer Hauptabteilung ist es, uns für diese vielfältigen Aufgaben gut aufzustellen und da-mit Veränderungsprozesse gut voranzubringen.

Recht, Revision und Datenschutz, Prävention, Öffentlichkeitsarbeit und Meldewesen, Orden, Organisationsentwicklung und IT-Sicherheit… und jetzt habe ich noch längst nicht alle Felder genannt, die in der Hauptabteilung Zentrale Aufgaben bearbeitet werden. Wo sehen Sie sich hier zu Hause?

Vormweg: Die Hauptabteilung Zentrale Aufgaben ziemlich vielfältig, das habe ich auch ge-dacht. Zum Glück habe ich schon immer mit sehr unterschiedlichen Professionen und Diensten zu tun gehabt, dem begegne ich eher mit Neugierde. Während meiner Zeit in einem Klinikverbund waren die Projekte mit den Pathologen und den Urologen immer die interessantesten (lacht). Mir ist wichtig, dass sich alle zentralen Aufgaben stark und lösungsorientiert ins Haus und ins Bistum einbringen können, das wir gemeinsam Probleme lösen und so unseren Beitrag für eine dienstleistungsorientierte Verwaltung für die Seelsorge im Bistum leisten.

Was werden Sie an der Hauptabteilung Seelsorge am meisten vermissen?

Vormweg: Seelsorge ist der Kern von Kirche. In der Hauptabteilung Seelsorge arbeiten sehr qualifizierte Kolleginnen und Kollegen, darunter auch viele Theologinnen und Theologen, die überlegen: Wie sieht die Kirche der Zukunft aus und welchen Beitrag können wir dazu leisten, Gott und die Menschen miteinander in Beziehung zu bringen? Mit diesen Kolleginnen und Kollegen habe ich sehr gerne zusammengearbeitet und werde das auch weiter tun, wenn jetzt auch in einer anderen Funktion. Mein Anliegen war es schon in den vergangenen zwei Jahren, Seelsorge und Verwaltung stärker in den Dialog zu bringen. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen.

Nachrichten-Ticker