4679 Un­terschriften gegen Rathaus-Neubau
8. März 2020 vorgezogener Wahltag?

Ahlen -

Mit einer Sackkarre beförderten die „Rathausfreunde“ am Dienstagmittag zehn Kartons mit 4679 Un­terschriften ins Rathaus. Empfänger war Bürgermeister Dr. Alexander Berger, der mit Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann die Pakete entgegennahm.

Dienstag, 19.11.2019, 20:30 Uhr
Bürgermeister Dr. Alexander Berger (M.) nahm mit Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann (r.) die Unterschriftenlisten von den Initiatoren des Bürgerbegehrens, Hans-Dieter Hanses, Silvia Sörensen und Alfred Thiemann (v.l.) entgegen.
Bürgermeister Dr. Alexander Berger (M.) nahm mit Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann (r.) die Unterschriftenlisten von den Initiatoren des Bürgerbegehrens, Hans-Dieter Hanses, Silvia Sörensen und Alfred Thiemann (v.l.) entgegen. Foto: Dierk Hartleb

Berger kündigte an, dass die Verwaltung die Listen ei­ner sorgfältigen Prüfung un­terziehen werde, um mögliche Doppelungen oder nicht stimmberechtigte Auswärtige auszuschließen. Als Da­tum für den Bürgerentscheid nannte der Verwaltungschef den 8. März 2020.

Die Zahl von 4679 sei aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, erklärte Al­fred Thiemann als ein Sprecher der Gruppe. Am Dienstagmorgen sei noch eine weitere Liste mit 60 Unterschriften abgegeben worden. Zudem würden die „Rathausfreunde“ noch bis zum Frist­ende am 25. November weiter sammeln. Die Unterschriften könnten auch im Bürgerservice abgegeben werden, versicherte Gabriele Hoffmann.

In einer ersten Bewertung meinte Thiemann, das Ergebnis zeige, wie sehr das Thema die Bürger beschäftige. Der Rat habe jetzt die Möglichkeit, seine Entscheidung zum Neubau von Rathaus und Stadthalle zu revidieren. Unabhängig davon würden die „Rathausfreunde“ sich auf einen Bürgerentscheid vorbereiten. Die Chan­cen, diesen zu gewinnen, bezeichnete Thiemann als gut, weil die zu erreichende Stimmenzahl, um den Ratsbeschluss zu kippen, bei nur etwas über 6000 liege.

Das ist ein Wahnsinnserfolg.

Silvia Sörensen

Silvia Sörensen, Co-Sprecherin der Gruppe, bezeichnete es als großen Erfolg, dass es gelungen sei, trotz der in ihren Augen einseitigen Information seitens der Verwaltung, auch bei den Bürgerdialogen, so viele Un­terschriften zu sammeln. „Das ist ein Wahnsinnserfolg.“ Auch der dritte Sprecher, Hans-Dieter Hanses, äußerte sich sehr zufrieden mit dem Zwischenergebnis und verwies auf die Resonanz auf die Filme, die er bislang über das Rathaus gedreht hat.

Matthias Bußmann, dessen Bürgerliche Mitte (BMA) die „Rathausfreunde“ als einzige politische Gruppierung in vollem Umfang unterstützt, bezeichnete das Bürgerbegehren als „Lehrstück der parlamentarischen Demokratie“ und warf der Kommunalpolitik Versagen vor. „Die Stimmung in der Stadt ist anders als im Rat“, stelle Bußmann fest.

Als erstaunlichsten Beitrag wertete Silvia Sörensen die Meinungsäußerung eines Un­terstützers, der selbst aus gesundheitlichen Gründen den Dienst im Rathaus quittiert und trotzdem unterschrieben habe, weil er der Meinung sei, die baulichen und klimatischen Probleme seien behebbar.

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