Nitratbelastung
„Erschreckender“ Messwert in der Vechte

Metelen -

Das Wasser der Vechte ist stark mit Nitrat belastet. Zu diesem Ergebnis kommt der gemeinnützige Verein VSR-Gewässerschutz, der im Frühjahr 2019 den Fluss und seine Zuflüsse beprobte. Ergebnis: Besonders im Bereich Metelen erreicht die Belastung der Vechte mit Nitrat einen Spitzenwert von mehr als 46 Milligramm pro Liter. Als Ursache benennt VSR die intensive Landwirtschaft im Einzugsgebiet.  

Samstag, 07.12.2019, 06:00 Uhr
Milan Toups ist Mitarbeiter von VSR-Gewässerschutz und entnimmt gerade eine Wasserprobe im Vechtelauf.
Milan Toups ist Mitarbeiter von VSR-Gewässerschutz und entnimmt gerade eine Wasserprobe im Vechtelauf. Foto: VSR-Gewässerschutz

Es ist kein gutes Zeugnis, das der VSR-Gewässerschutz der Vechte ausstellt. Der Verein (s. Info) nennt die Messergebnisse des Vechtewassers, die er jetzt veröffentlichte, „erschreckend“. Den Spitzenwert der Nitratbelastung des Flusses maßen die Umweltschützer in Metelen – 46,6 Milligramm pro Liter (mg/l).

Das sei fast der vierfache Wert, den die Oberflächengewässerverordnung für das Vechtewasser vorsieht. Den Grenzwert von 12,3 mg/l jedenfalls solle das Wasser des Flusses nicht überschreiten, wenn er in seinen niederländischen Teil übertritt. Die Messergebnisse zeigten jedoch ein anderes Bild: 35,4 mg/l ist die Belastung beim Grenzübertritt.

Eine Ursache ist die starke Belastung bereits im Oberlauf des Flusses. Schon die Quellbäche wiesen Werte von über 40 mg/l auf, maß der VSR. Und beim Zusammenfluss in Eggerode waren 41,2 mg/l Nitrat im Vechtewasser. Besonders auf der Strecke bis Metelen erhöhte sich der Anteil des Stoffes auf den Maximalwert von 46,6 mg/l.

Der Gauxbach, den die Umweltschützer ebenfalls untersuchten, verzeichnete bei der Mündung in die Vechte nahe Welbergen 38,6 mg/l, die Steinfurter Aa floss mit einem Nitratwert von 41,7 mg/l bei Bilk in die Vechte. Die Zuflüsse drückten den Wert bis Nordhorn auf 39,4 mg/l, weitere Einmündungen wie die Dinkel, die mit 32 mg/l belastet ist, das Vechtewasser auf dann 35,4 mg/l beim Überfluss in die Niederlande.

VSR-Gewässerschutz

Der VSR-Gewässerschutz entstand 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen im Rheineinzugssystem. Sein damaliger Name „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ beschrieb sein Programm. Mit der Zeit änderte sich der Arbeitsbereich. Seit 2000 führt der gemeinnützige Verein auch Aktionen und Messfahrten im gesamten deutschen Nord- und Ostseeeinzugsgebiet durch. Auf seiner Homepage veröffentlicht der VSR Messergebnisse und vermittelt Umwelt-Tipps.

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Der VSR-Gewässerschutzkommt nach der Auswertung seiner Messfahrt vom März 2019 an der Vechte und seinen Nebenflüssen zu folgendem Ergebnis: „Die intensive Landwirtschaft im Einzugsgebiet führt dazu, dass die Vechte übermäßig mit Nitraten belastet ist.“ Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende von VSR-Gewässerschutz, fordert von den Umweltministerien der Bundesländer NRW und Niedersachsen, „Anreize (...) damit die ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe auf die ökologische Landwirtschaft umstellen.“ Eine Ausweitung des ökologischen Landbaus und der gleichzeitigen Verringerung der intensiven Landwirtschaft würde zur Reduzierung der Nitratbelastung der Vechte und der Nebenbäche beitragen.

Der VSR konstatiert in einer Pressemitteilung, dass aktuell im Vechteeinzugsgebiet weniger als zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet würden.

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