Industriekletterer im WZG
Gebäudereinigung mit doppelter Sicherheit

Gronau -

Die beiden Lichthöfe im Gronauer Wirtschaftszentrum (WZG) sorgen dafür, dass das alte Fabrikgebäude für seine aktuelle Nutzung auch im Inneren ausreichend Tageslicht erhält. Aber die Fensterscheiben zu den Büro- und Veranstaltungsräumen teilen das gleiche Schicksal wie in privaten Häusern: Um den richtigen Durchblick bieten zu können, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Und das gilt natürlich auch für die Glasabdeckungen im geöffneten Dachbereich, rund 16 Meter über dem gefliesten Boden.

Mittwoch, 18.12.2019, 09:00 Uhr
Gesichert durch Karabiner an zwei Seilen reinigt Gary Bilton die Stahlträger im Lichthof des Gronauer Wirtschaftszentrums.
Gesichert durch Karabiner an zwei Seilen reinigt Gary Bilton die Stahlträger im Lichthof des Gronauer Wirtschaftszentrums. Foto: Guido Kratzke

Um den Stil des denkmalgeschützten Gebäudes zu wahren, ist der Luftraum zudem von alten Stahlträgern durchzogen, die eigentlich weiß angestrichen sind, aber mittlerweile mit reichlich Staub bedeckt waren.

Um die Fenster und das Gebäudegerippe wieder auf Hochglanz zu bekommen, sind derzeit Industriekletterer als ganz besondere Raumpfleger im Einsatz: Gary Bilton und Daniel Venne. Die beiden Industriekletterer werden rund einen Monat benötigen, um die Arbeiten zu erledigen. „Redundanz ist bei uns ganz wichtig“, erläutert Bilton und verweist auf die zwei dicken Seile, an denen befestigt sie ihre Arbeiten in luftiger Höhe erledigen, und das Regelwerk, in denen ihre Vorgehensweise festgeschrieben steht.

Schulungszentrum in Ahlen

„Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“, ergänzt sein Kollege. Gemeinsam betreiben sie neben ihren unterschiedlichen Arbeiten an verschiedenen Objekten auch ein Schulungszentrum auf dem Areal der alten Zeche in Ahlen, wo sie Mitarbeiter von Firmen, die oberhalb des Bodens arbeiten, mit dem nötigen Rüstzeug und Hinweisen ausbilden, damit diese ihre Arbeit nach den gültigen Vorschriften erledigen und keinen Schaden nehmen.

Im WZG hätte es eine Alternative zu den Kletterarbeiten gegeben, die bis zum Weihnachtsfest abgeschlossen sein sollen. „Denkbar wäre es gewesen, beispielsweise ein hohes Gerüst aufzubauen“, erklärt Klaus Damaske. Aber Auf- und Abbauarbeiten und die in denkmalgeschützten Gebäuden nicht ganz einfache Befestigung und Sicherung sorgten dafür, dass man sich im Hause für die Arbeit der Kletterexperten aussprach.

Abbruch nur bei Extrem-Wetterlage

Für die ist der Lichthof quasi eine Komfortzone: Die Außenwände von Kühltürmen und Fassaden sind oft unwirtlichere Orte. „Nur bei extremen Wind und Gewittern müssen wir abbrechen“, beschreibt Bilton den Alltag. Nicht nur deshalb liegen sie gut in der Zeit. Der große Lichthof ist bereits fertig, im kleinen schreiten die Arbeiten voran.

Und die beschränken sich nicht nur auf die Reinigung. „Im Laufe der Jahre sind immer mehr von den 400-Watt-Birnen in den großen Lampen kaputt gegangen“, weiß Damaske. „Die Lampen haben wir gereinigt und mit 100-Watt-LEDs ausgestattet“, ergänzt Venne. So können die Lichthöfe zum Fest tatsächlich in neuem Glanz erstrahlen.

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