Neue Polizeiwache
Sicherheit geht vor

Ochtrup -

Es geht voran auf der Baustelle der neuen Polizeiwache an der Ecke Werner-Brinkwirth-Straße/Beethoven­straße . Nach der Grundsteinlegung im Oktober vergangenen Jahres, ist der Rohbau inzwischen fertiggestellt. Im Spätsommer 2020 soll das Domizil bezugsfertig sein.

Donnerstag, 02.01.2020, 06:00 Uhr
Der Rohbau der neuen Polizeiwache ist bereits fertig. Anfang Januar soll mit den Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen begonnen werden. Kurz vor Weihnachten wurden die Fenster eingebaut.
Der Rohbau der neuen Polizeiwache ist bereits fertig. Anfang Januar soll mit den Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallationen begonnen werden. Kurz vor Weihnachten wurden die Fenster eingebaut. Foto: stev

Die Stimmung auf der Baustelle der neuen Polizeiwache an diesem Morgen ist bestens. Die Handwerker verrichten pfeifend ihre Arbeit, aus dem Radio dudelt Musik. Und auch Wachleiter Andreas Schramm und der Liegenschaftsbeauftragte der Polizei Steinfurt, Peter Wacker, sind zufrieden. Denn, was Bauingenieur Diethard Flüthmann vom Büro Schmiegel und Denne ihnen zu berichten hat, ist positiv.

Auf dem 1900 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Werner-Brinkwirth-Straße/Beethoven­straße soll die neue Polizeiwache mit einer Nutzfläche von circa 840 Quadratmetern gebaut werden. Fertigstellung: voraussichtlich im Spätsommer 2020. Die Grundsteinlegung war im Oktober. Seitdem ist einiges passiert. „Der Rohbau ist fertig“, freut sich Diethard Flüthmann beim Pressetermin ein paar Tage vor Weihnachten. Auch mit der Dachabdichtung liegen die Handwerker in den letzten Zügen. Im Obergeschoss werden an diesem Morgen bereits die Fenster eingebaut.

Anders sieht es im Erdgeschoss aus. Dort sind Fenster mit durchschusshemmender Verglasung vorgehen. „Die haben eine Lieferzeit von mindestens acht Wochen“, weiß Flüthmann. Geliefert werden sollen sie voraussichtlich Ende Januar. Den Einbau der jeweils etwa 300 Kilogramm schweren Fenster übernimmt übrigens ein Roboter. Damit die Maschine sich frei im Rohbau bewegen kann, musste ein zusätzliches Loch in eine Wand gestemmt werden. „Sonst kommt der Roboter hier nicht klar“, weiß Flüthmann. Doch besagtes Loch werde später einfach wieder geschlossen. Kein Problem also. Zudem sind die Sicherheitsfenster etwa drei bis vier Mal so teuer wie die dreifachverglasten Exemplare im Obergeschoss. Doch Sicherheit geht eben vor.

Das gilt auch für den Innenbereich, wo teilweise durchschusssichere Wände und Türen verbaut werden. Im Eingangsbereich ist eine Sicherheitsschleuse geplant. „Die Schleuse im Eingangsbereich kann von der Wache aus komplett abgeschlossen werden“, informiert der Bauingenieur. Die Außentüren haben Motorschlösser, bei den Innentüren – in vielen Fällen werden Schiebetüren verbaut – sind solche mit Drücker vorgesehen. Zum Öffnen werden Chip-Karten verwendet.

Die künftige Schleuse ist schon jetzt zu erkennen, ein großes Loch – derzeit noch mit einer Folie verschossen – wird nach Fertigstellung durch eine Glasscheibe den Blick auf die Wache frei geben. Dahinter erstreckt sich ein langgezogener Raum. „Die Zwischenwände werden in Trockenbauweise gezogen“, erklärt Flüthmann. Gerade, weil noch zahlreiche Leitungen verlegt werden müssten, sei diese Variante einfach flexibler.

Im hinteren Teil des Gebäudes sind die Sanitärräume und Umkleiden für die Polizisten vorgesehen. An dieser Stelle soll eine flexible Trennwand eingebaut werden. So sei es langfristig möglich, ohne großen Aufwand etwa auf eine veränderte Verteilung von Männlein und Weiblein in der Polizeiwache zu reagieren.

Auf dem Weg ins Obergeschoss fällt gleich der Aufzugschacht auf. Doch dieser bleibt zunächst leer. „Der kann bei Bedarf jeder Zeit nachgerüstet werden“, betont Flüthmann. In der ersten Etage der neuen Polizeiwache werden künftig hauptsächlich die Büros der Mitarbeiter im Kriminalkommissariat untergebracht.

Dass es mit der Fertigstellung des Rohbaus noch lange nicht getan ist, zeigt der Blick auf die nächsten Wochen. Nach den Feiertagen werde der Betrieb auf der Baustelle voraussichtlich am 6. Januar wiederaufgenommen, schätzt Flüthmann. Dann könnten auch die Elektro-, Heizung- und Sanitärinstallationen starten. Mitte bis Ende soll es mit dem Innenputz losgehen und dann – sofern die Witterung es zulässt – auch mit dem Außenputz.

So gut die Baustelle läuft, es wäre sicherlich keine richtige Baustelle, wenn nicht auf mal etwas schief geht. So hatten die Verantwortlichen nicht damit gerechnet, gleich zu Beginn den kompletten Boden bis zu einer Tiefe von 1,70 Meter austauschen zu müssen. „Das war nur Quark“, meint Flüthmann kopfschüttelnd. Und dieser „Quark“ sei eben nicht tragfähig. Mehrkosten ohne Mehrwertsteuer: circa 20  000 bis 25 000 Euro.

Zudem wurde der Investor zu einer Regenrückhaltung verpflichtet. Die entsprechende Leitung, die es einmal um das neue Gebäude herum zu verlegen galt, misst in etwa 60 Meter und einen Durchmesser von 600 Millimetern. Weitere 11 000 bis 12 000 Euro, die auf die Bausumme von circa 2,2 Millionen Euro aufgeschlagen werden müssen.

Doch ansonsten laufe es rund, sagt Flüthmann. Fertig werden soll die neue Polizeiwache im Spätsommer. Die Beamten bekommen übrigens komplett neues Mobiliar und standardmäßig höhenverstellbare Schreibtische. Wie gesagt, sicher ist sicher – auch mit Blick auf die Gesundheit der Polizisten.

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