Haustier verschwunden
Langes Hoffen auf ein Katzen-Wunder

Ascheberg -

Sechs Wochen haben Karin Heinermann und Horst Fohrmann die Hoffnung nicht aufgegeben. Jeden Abend haben sie nach Flora gesucht. Immer im Katzenbuggy dabei: Floras Schwester Fauna.

Freitag, 03.01.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 20:20 Uhr
Horst Fohrmann und Karin Heinermann sind froh, den kleinen Ausreißer Flora nach sechs Wochen noch gefunden zu haben.
Horst Fohrmann und Karin Heinermann sind froh, den kleinen Ausreißer Flora nach sechs Wochen noch gefunden zu haben. Foto: privat

Weihnachten am 29. Dezember? Für Karin Heinermann und Horst Fohrmann folgte die Bescherung fünf Tage nach dem Fest. Flora ist wieder da! Die Hauskatze war sechs Wochen verschwunden. Die Sorge und Ungewissheit wirkten zermürbend.

Flora wurde seit dem 14. November schmerzlich vermisst. In ihrer Verzweiflung verteilte Heinermann über 80 Fotos von Flora mit ihrem Namen und Telefonnummer an alle umliegenden Haushalte. In den Tierarztpraxen hängten die Eheleute Suchplakate von Tasso e.V. auf. „Sollte Flora untersucht werden, hätte man durch das Auslesen des Transponders, uns als Halter ermitteln können“, berichtet Heinermann. Während der Aktionen traf die Aschebergerin auf viele Menschen, die ihr Anteilnahme und Mitgefühl entgegenbrachten: „Nie hörte ich eine herablassende Bemerkung oder vernahm einen sarkastischen Spruch. Auch wurde mir nie die Tür vor der Nase zugeschlagen. Dafür kann ich mich nur bedanken.“

Das Ehepaar machte sich jeden Abend auf den Weg, um Flora zu suchen. Manchmal wurde es sehr spät. Aber aufgeben? Auf keinen Fall! Im Katzenbuggy war immer Floras Schwester Fauna dabei. Sie bildeten von Geburt an ein Duo und waren vorher noch nie voneinander getrennt. „Größtenteils liefen wir immer die gleiche Runde ab, in der Hoffnung, Flora könnte sich ja doch noch in der Nähe befinden“, berichtet Heinermann. Die Verzweiflung wuchs, die Hoffnung schwand, doch dann passierte das Unerwartete: Am 27. Dezember meldete sich gegen 19 Uhr eine Anwohnerin aus der Nähe des Caritas-Wohnheims. Sie und ihr Sohn hätten Flora anhand des Fotos gesichtet und erkannt. Das beflügelte das Ehepaar: „Voller Hoffnung und Zuversicht suchten wir von nun an ganz gezielt weiter. Dabei riefen wir auch immer ihren Namen, leuchteten mit der Taschenlampe in jeden Winkel und unter jedes Auto. Wir suchten Büsche und Gehölze ab.“ Heinermann gab noch einmal Fotos ab und erfuhr wieder nur gute Reaktionen.

In der Höhe des Eingangsbereichs zum „Betreuten Wohnen“ hörte Horst Fohrmann plötzlich ein leises, schwaches und klägliches Miauen. „Und das war es – das Wunder! Es war tatsächlich unsere Flora“, freut sich Karin Heinermann. Sie lief total verunsichert zuerst von ihren Besitzern davon, blieb dann aber stehen. Leise redeten die glücklichen Finder auf sie ein. Leckerlis wurden gereicht. „Und dann: Mit einem beherzten Griff zog mein Mann unser Kätzchen an sich und ließ es nicht mehr los“, wird Heinermann den Moment nicht vergessen. Die Freude, Flora wiedergefunden zu haben, war unbeschreiblich.

Zu Hause folgte dann Entsetzen. Flora befand sich in einer schrecklichen körperlichen Verfassung. Sie hatte über zwei Kilo Körpergewicht verloren und war nur noch Haut und Knochen. „Aber Flora besitzt einen enorm starken Lebenswillen. sie aß sofort gut, trank ausreichend und schlief anschließend mehrere Stunden am Stück“, berichtet die Aschebergerin. Jetzt ist sie überzeugt, dass Floras Lebensgeister zurückkehren. An ihre Adresse sagt Heinermann: „Alle wird gut. du wird es schaffen, du kleines Wunder. Natürlich mit viel, viel Liebe!“

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