Impulsgeber für die Region
Ehepaar Adamaschek holte vor 20 Jahren den Bundesverband mittelständische Wirtschaft ins Münsterland

Münster. -

Kongresse, Seminare, Talk-Runden, Vorträge sowie hin und wieder ein „Wildes Geplapper“, das es mit mancher Infotainment-Show aufnehmen könnte. Für all dies steht heute der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Münster und im Münsterland. Vor genau 20 Jahren nahm er in der Region seine Arbeit auf.

Dienstag, 07.01.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 09:13 Uhr
-gap Petra und Bernd Adamaschek
-gap Petra und Bernd Adamaschek Foto: Gunnar A. Pier

Dass sich die bundesweit tätige Vereinigung stark im Münsterland verankern konnte, ist einem Zufall zu verdanken. Die Region galt lange aus Sicht des Mittelstandsverbandes als Diaspora – bis Petra und Bernd Adamaschek das Heft in die Hand nahmen.

Das Unternehmer-Ehepaar, das mehrere Sportcenter führte, ärgerte sich 1999 darüber, dass studentische Aushilfskräfte über Nacht als sozialabgabenpflichtig einzustufen waren. Die Adama­scheks erinnern sich noch daran, dass die Entscheidung die Center massiv belastete. Über den Verband der Sportcenter kam es zum ersten Kontakt mit dem BVMW. Bernd Adamaschek: „Für uns war sehr klar, dass wir uns als Unternehmer politisch engagieren mussten.“ Die NRW-Landesgeschäftsführung des BVMW wurde auf das Ehepaar aufmerksam. Ende 1999 kam aus Bonn das Angebot, eine Verbandsrepräsentanz aufzubauen und die Aktivitäten nach und nach auf das Münsterland auszudehnen.

Von 40 auf 1000 Mitglieder

Ein bescheidener Anfang war gemacht, denn der branchenübergreifende Verband des Mittelstands zählte in der Region nur knapp 40 Mitglieder. Heute gehören nach Angaben von Bernd Adamaschek etwa 1000 Personen und Unternehmen im Münsterland dem BVMW an – darunter etwa 300 in Münster: kleine und große Mittelständler aus allen Branchen, Freiberufler, Personen, die der Wirtschaft nahestehen.

Bei den Terminen kommt ein heterogener Kreis zusammen, der Qualität und Zuverlässigkeit erwartet. Der BVMW, so Petra Adama­schek, muss sich immer wieder als Impulsgeber und Scout erweisen.

Botschafter Leon Windscheid

Dass das Netzwerk-Konzept mit breitem Leistungsspektrum funktioniert, zeigt sich am „Jungen Mittelstand“. Dieser Kreis wurde vor drei Jahren in Münster und im Münsterland unter dem Dach des BVMW aufgebaut. Zur Zielgruppe gehören junge Unternehmerinnen und Unternehmer bzw. Nachfolgerinnen und Nachfolger. Inzwischen zählen rund 300 Personen zum „Jungen Mittelstand“. Erfahrungsaustausch, „After-Work-Shops“ und Seminare stehen im Fokus. Die Kick-off-Veranstaltung für diesen Kreis wurde 2016 stilgerecht auf der „MS Günther“ in Münster durchgeführt – gemeinsam mit Gastgeber Leon Windscheid, der seitdem auch Botschafter des BVMW für den jungen Mittelstand ist.

Trendsetter in Sachen Veranstaltungsformat

Dass Münster und das Münsterland ein großes wirtschaftliches Potenzial haben, stellen Petra und Bernd Adamaschek immer wieder aufs Neue fest. Bernd Adamaschek, der einige Jahre auf Bundesebene die Geschäfte für den BVMW führte, gilt gemeinsam mit seiner Frau als Trendsetter in Sachen Veranstaltungsformat. Personal- und Marketingkongress – zwei jährliche Großveranstaltungen – locken jeweils rund 350 Teilnehmer nach Münster. Dabei geht man inzwischen sogar das Risiko ein, neue Themenfelder zu betreten. Beim Marketing-Kongress 2019 ging es im Frühjahr um „Nudging“. Viele Besucher erfuhren zum ersten Mal, wie ein „Anstupsen“ des Kunden Nachfrage-Hunger erzeugen kann.

Und was hat es mit dem „Wilden Geplapper“ auf sich? Bei diesem BVMW-Format gehen Information und Unterhaltung eine Verbindung ein. Im Pecha-Kucha-Stil hat jeder Referent für jede seiner 20 Vortragsfolien nur 20 Sekunden Zeit. „Es hat sich über die Jahre förmlich eine Fan-Gemeinde für dieses Event gebildet, die ständig weiter wächst“, freut sich Bernd Adamaschek.

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