Bahnverkehr
Der Zug ist abgefahren - ZVM verliert Rest an Autonomie

Münster -

Bei der Planung und Organisation des Schienenverkehrs in der Region spielt der ZVM seit Jahresbeginn so gut wie keine Rolle mehr. Aufgaben und Personal ziehen von Münster zur Dachorganisation.

Donnerstag, 09.01.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 16:55 Uhr
Bahnverkehr: Der Zug ist abgefahren - ZVM verliert Rest an Autonomie
Der Schienenverkehr im Münsterland - hier ein Zug der Eurobahn in Drensteinfurt - wird seit dem 1. Januar hauptsächlich von Unna aus beim NWL geplant. Foto: stk (Archiv)

Der Zweckverband Schienenpersonenverkehr Münsterland (ZVM) hat seit Anfang des Jahres so gut wie keine Planungskompetenz mehr für den Schienenverkehr in der Region. Nahezu alle Mitarbeiter sind seit dem 1. Januar zur Dachorganisation, dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), gewechselt. Damit ist die schon 2008 beschlossene Zusammenführung der fünf westfälischen Zweckverbände de facto vollzogen.

Ganz aufgelöst wird der ZVM aber nicht – er bleibt als eine Art organisatorische Hülle bestehen. Die wird auch künftig benötigt, um die regionalen Interessen, die in der Verbandsversammlung, dem po­litischen Gremium des Verbandes, formuliert, diskutiert und ventiliert werden, zu filtern.

Neues Büro in Münsters Hauptbahnhof?

Den Standort Münster will der NWL nicht aufgeben, wohl aber die bisherige Büro­etage im Herzen der Stadt, in der der ZVM bisher untergebracht ist. Zu hören ist aus Kreisen der Verbandspolitiker, dass die neue NWL-Dependance möglicherweise im Hauptbahnhof ih­ren Sitz finden könnte.

Den Schienenverkehr westfalenweit und damit abgestimmter zu organisieren, dafür war vor zwölf Jahren der NWL mit Sitz in Unna gegründet worden. Gemeinsam mit den Verkehrsverbänden Rhein-Ruhr (VRR) und Nahverkehr Rheinland (NVR) deckt er ganz NRW ab.

Kampf um Autonomie

In den NWL integriert wurden 2008 die bis dahin ei­genständigen Zweckverbände Ruhr-Lippe (ZRL), ZVM, Westfalen-Süd sowie die Verkehrsverbünde OWL und Paderborn/Höxter. Vor allem die Münsterländer kämpften all die Jahre für eine größtmögliche Au­tonomie .

Wie der ZVM wurden zu Beginn des Jahres auch der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) personell in den NWL integriert. Die Verkehrsverbünde Ostwestfalen und Paderborn/Höxter sowie Westfalen-Süd behalten eine Teilautonomie, da sie auch für die Busverkehre in ihren Bereichen zuständig sind.

Mit der Zusammenführung hat sich der NWL organisatorisch verbessert und seine Schlagkraft erhöht. Um in den westfälischen Teilregionen präsent zu bleiben, hält der Verband dem Vernehmen nach an allen fünf Standorten fest.

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