Celine-Catherine Panske lebt und arbeitet gerade in Sydney
Der Rauch ist ein Dauergast

Ascheberg -

Sie wollte die andere Seite der Weltkugel kennenlernen. Celine-Catherine Panske aus Ascheberg ist darum in Australien den Buschfeuern näher als ihre sonstigen Nachbarn am Fernsehen.

Samstag, 18.01.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2020, 12:45 Uhr
Trügerische Romantik: Der Rauch der Buschfeuer ist über Sydney täglich zu sehen und zu erleben. Kontrast: Strahlend blauer Himmel . . . . . . und ein Bild mit dem Rauch der Buschfeuer.
Trügerische Romantik: Der Rauch der Buschfeuer ist über Sydney täglich zu sehen und zu erleben. Kontrast: Strahlend blauer Himmel . . . . . . und ein Bild mit dem Rauch der Buschfeuer.

Sie wollte die andere Seite der Weltkugel kennenlernen. Celine-Catherine Panske hat die perfekte Chance gefunden, ihr Studium mit dem Reisen zu verbinden. sie absolviert gerade ein Praxissemester in Form eines Praktikums in Australien. Deswegen ist die junge Aschebergerin den Bildern über Buschfeuer, tote Tiere und verbrannte Landstriche näher als Familie und Freunde in der Heimat. Schon vor der Abreise war klar, dass Panske sich mit dem Klimawandel befassen wird. Sie arbeitet in einem Team, das sich auf das Rekrutieren in der Umwelt und erneuerbaren Energien-Industrie spezialisiert hat. „Ich bin also jeden Tag von Menschen umgeben, die sich mit dem Klimawandel und den Buschfeuern genauestens auskennen“, berichtet Panske aus Sydney.

Die Aschebergerin schreibt: „Da ich glücklicherweise zentral in Sydney wohne und arbeite bin ich nicht direkt von den Buschfeuern bedroht. Deswegen habe ich auch über eine verfrühte Abreise nicht nachgedacht. Ich weiß aber, dass Freunde von mir bereits überlegt haben, früher abzureisen, da sie gesundheitliche Probleme durch den Rauch, der mittlerweile fast täglich über Sydney zieht, bekommen. Für mich aber war dies noch keine Option, dafür gefällt es mir hier einfach zu gut.“ Auch Panske sorgt sich wegen des Rauchs, weil nicht abschätzbar sei, welche Langzeitfolgen das dauerhafte Einatmen haben könne.

Kollegen haben fast ihr Haus verloren

Dicht an die Buschfeuer kommt Celine-Catherine Panske durch Berichte der Kollegen: „Einige meiner Kollegen haben schon mehrmals fast ihr Haus verloren oder leben seit Wochen ohne Elektrizität und ohne einen Weg, den Feuern zu entkommen.“

Die Buschfeuer sind ein Thema, wenn Tagespläne geschmiedet werden: „Jeden Morgen wird zunächst das Wetter und die Luftqualität gecheckt, dafür haben wir uns mittlerweile verschiedenste Apps runtergeladen. Anhand dieser Vorhersagen kann man dann schon ganz gut voraussehen wie stark der Rauch wieder nach Sydney ziehen wird und ob und wie viel Zeit man draußen verbringen kann. Natürlich mussten wir dadurch schon auf einige Tagesausflüge und Strandtage verzichten, da uns die Luftverschmutzung einfach zu hoch war.“

Die Hilflosigkeit ist groß

Buschfeuer gehören in Australien zum Alltag, Durch das aktuelle Ausmaß empfindet Panske eine große Hilflosigkeit bei den Menschen und große Sorgen wegen der kommenden Jahre: „Es ist schwer für jeden, der hier in Australien lebt, mitanzusehen wie viel Land verbrennt, wie viele Tiere sterben und wie viele Menschen alles verlieren. Ich glaube, die Feuer dieses Jahr haben auch vielen hier die Augen geöffnet und das Thema Klimawandel, welches bereits vor den Feuern in Australien eine große Bedeutung hatte, wird nun natürlich noch mehr besprochen als sonst.“

Celine-Catherine Panske wollte ihr Praktikum in einem interkulturellen Land absolvieren. Dort ist Australien das perfekte Beispiel. Die Aschebergerin nennt einen weiteren Vorteil: „Zugegebenermaßen wollte ich aber natürlich auch dem deutschen Winter entkommen.“ Die Weihnachtszeit mit den Kollegen aus den verschiedensten Kulturen und ihre Traditionen kennenzulernen, war nach den Buschfeuern das hervorstechendste Erlebnis: „Auch war es nicht schlecht im Dezember bei 30 Grad am Strand zu liegen und die Weihnachtsfeier im T-Shirt zu verbringen. Weihnachten an sich habe ich dann in Tasmanien verbracht, was auch ein großartiges Erlebnis war. Es war schön, diesen Teil von Australien kennenzulernen, da es doch eine komplett andere Landschaft ist als Sydney und Umgebung.“ Nach dem Praktikum will Panske mit einer Kollegin für ein paar Wochen die Ostküste bereisen. Die Reise müsse, so gut es ging, um die Buschfeuer herum geplant werden.

Und die Eltern daheim? Petra und Dietmar Panske machen sich natürlich Gedanken, verfolgen die Wetterprognosen und Entwicklungen fast täglich, sagen aber auch: „Wir haben aber starkes Vertrauen zu unserer Tochter und wissen, dass sie sich nicht unnötig Gefahren aussetzen würde. Das beruhigt dann.“

Nachrichten-Ticker