Postbank-Sparbuch zwei Monate lang gesperrt
Eine Altenbergerin war der Verzweiflung nahe

Altenberge -

Zwei Monate dauerte es, bis eine Altenbergerin wieder an ihr Postbank-Sparbuch kam. Das war offenbar „versehentlich“ gesperrt worden.

Samstag, 01.02.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 06:02 Uhr
Postbank-Sparbuch zwei Monate lang gesperrt: Eine Altenbergerin war der Verzweiflung nahe
Foto: Dietmar Jeschke

Es hört sich an wie ein Stück aus dem Tollhaus: Vom 29. November des vergangenen Jahres bis Anfang dieser Woche war das Postbank-Sparbuch einer Familie aus Altenberge auf Eis gelegt. Nichts ging mehr. Verzweifelt versuchte Michaela Fischer immer wieder, Geld von dem Sparbuch abzuheben. Sie führte etliche Telefonate, schickte E-Mails, landete in der Hotline der Postbank und bekam automatisch generierte „Tickets“ von dem Geldinstitut. Der Erfolg: gleich Null.

Doch in den vergangenen Tagen kam auf einmal Bewegung in die Angelegenheit „Postbank-Sparbuch“. Mehrere Zeitungen hakten in der Pressestelle der Postbank in Bonn nach. In dieser Woche trafen dann zur Überraschung der Familie Fischer gleich zwei Briefe in Altenberge ein. Der letzte am vergangenen Donnerstag, in dem mitgeteilt wurde, die Sperre sei aufgehoben worden.

Vertrackte Geschichte

Doch warum hat das zwei Monate gedauert? Diese Frage wird in dem Schreiben der Postbank, das unserer Zeitung vorliegt, nicht beantwortet. In wenigen Sätzen entschuldigt sich das Unternehmen, Abteilung Beschwerdemanagement und Kontoführung, für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“.

Das Post-Sparbuch hatte der Großvater vor zwölf Jahren für seinen Enkel eröffnet. Jeden Monaten überweisen Michaela Fischer und der Großvater Geld auf das Sparbuch.

Die vertrackte Geschichte begann am 28. November 2019. An diesem Tag wurde letztmalig am Altenberger Postbank-Schalter Geld vom Sparbuch abgeholt. Die Postfiliale schloss dann Ende des vergangenen Jahres am Standort Marktplatz.

„Anschließend, so die Vermutung verschiedener Postangestellter, ist das Sparbuch offenbar gesperrt worden“, erzählt Michaela Fischer. Eine Angestellte der Postbank-Filiale in Borghorst habe zwar versucht, Geld auszuzahlen, doch der Computer „sperrte“ sich. Den Grund erfuhr die Angestellte per Anruf in der Postbank-Zentrale. Die Antwort machte Michaela Fischer wütend. Das Sparbuch sei gestohlen und deshalb gesperrt worden. Fischer: „Wir waren bis dahin nicht über eine Sperrung in Kenntnis gesetzt worden und erstmal verdutzt.“ Schließlich war das Sparbuch nie abhanden gekommen.

Verärgerung über die „Service-Wüste“

Doch damit startete erst das Hin und Her zwischen der Postbank und der Familie Fischer. Keiner der Post-Mitarbeiter konnte helfen und das Sparbuch wieder freigeben. „Sie könnten ja einen neuen Vertrag abschließen“, erinnert sich Michaela Fischer an die Worte eines Hotline-Mitarbeiters bei einem Telefonat.

In der Zwischenzeit hatten die Fischers alle Dokumente eingescannt und sich bei der Postbank schriftlich gemeldet. „Wieder bekamen wir eine Ticket-Nummer, wieder ist eine Woche ohne Antwort vergangen“, ist Michaela Fischer nach wie vor nicht gut auf die Postbank zu sprechen. „Die Zentrale sagt, sie ist dafür nicht zuständig, und eine Filiale kann es nicht freischalten.“ Bis Anfang der Woche kam sie nicht an die Ersparnisse heran.

Nun, zwei Monate später, ist das Kapitel „Postbank-Sparbuch“ beendet. Doch die Verärgerung über die „Service-Wüste der deutschen Postbank“, so Michaela Fischer, bleibt.

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