Vortragsreihe des GHV
Die mühsame Suche nach Quellen

Tecklenburg -

Die Geschichte der Grafschaft Tecklenburg scheint viele Menschen zu interessieren. Über 100 Zuhörer kamen zu einem Vortrag von Dr. Christof Spannhoff, der zurückblickte auf die Zeit der Entstehung.

Mittwoch, 05.02.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 17:48 Uhr
Über 100 Besucher kamen in das evangelische Gemeindehaus, um einen Vortrag von Dr. Christof Spannhoff über die Entstehung der Grafschaft Tecklenburg zu hören.
Über 100 Besucher kamen in das evangelische Gemeindehaus, um einen Vortrag von Dr. Christof Spannhoff über die Entstehung der Grafschaft Tecklenburg zu hören. Foto: Frank Bosse

„Wegmarken in der Geschichte des Kreises Tecklenburg“ sind das Thema einer neuen Vortragsreihe des Geschichts- und Heimatvereins (GHV). Zur Eröffnung sprach Dr. Christof Spannhoff über die Entstehung der Grafschaft Tecklenburg. Über 100 Zuhörer kamen dazu am Dienstagabend in das evangelische Gemeindehaus, berichten die Veranstalter.

Eine lange Zeitreise

Spannhoff nahm die Zuhörer mit auf eine lange Reise durch die Quellen. Dabei wurde deutlich, dass diese zwar eher spärlich gesät sind, aber gefunden, miteinander in Beziehung gesetzt und gedeutet werden müssen. Die Behauptung, die mit Rumpius Ende des 17. Jahrhunderts die Linie der Grafen mit Graf Kobbo beginnen lässt, steht demnach auf eher wackligen Füßen. Der Referent legte systematisch dar, dass die frühen Quellen eher Personen und ihre Ämter angeben, zum Beispiel eben das des Grafen. „Damit haben wir aber noch keine Kenntnis von der Lage oder Ausdehnung einer Herrschaft. Erst später treten Herkunfts- oder Geschlechternamen hinzu, womit eine genauere Bestimmung von Herrschern und Herrschaft möglich wird. Daher ist auch erstmals 1139 ein Graf Egbert von Tecklenburg in einer Quelle sicher belegt“, führte Spannhoff aus.

Er stellte den Aufbau der gräflichen Herrschaft im Allgemeinen und im Besonderen dar, also bezogen auf die Tecklenburger Grafen, ihre Verwandtschaftsverhältnisse, Heirats- und Erbstrategien sowie ihre auswärtigen Ämter.

Am Schluss gestattete sich der Referent einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Burg, schließlich war gräfliche Herrschaft ja mittlerweile auch an einen Ort gebunden. Dabei verwies Spannhoff auf die gesicherte Erkenntnis, dass „Tecklenburg“ auf „Ziegenberg“ zurückgeht. Ob dieser Kenntnisstand in Stadtführungen zur Sprache kommt, ließ der Referent offen, hatte bei diesem Gedanken allerdings die Lacher auf seiner Seite.

Der nächste Vortrag findet am Dienstag, 31. März, ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus statt. Dr. Florian Lebkücher referiert über die Tecklenburgische Justizreform von 1613.

Nachrichten-Ticker