Jahresbilanz
Besucherrekord im Rock‘n‘Popmuseum dank Neuausrichtung

Gronau -

Mit einem Besucherrekord hat das Rock‘n‘Popmuseum das zurückliegende Geschäftsjahr abgeschlossen. Im Jahr 2020 will das Museum mit der Sonderausstellung „Ludwig lebt! Beethoven im Pop“ auf der großen Jubiläumswelle zum 250. Geburtstag des Komponisten erfolgreich mitschwimmen. Bei steigenden Besucherzahlen wird mit steigenden Kosten gerechnet – und einem Zuschussbedarf von rund 800.000 Euro.

Donnerstag, 06.02.2020, 19:00 Uhr
Sie sind mit dem Erfolg des Rockmuseums sehr gut zufrieden: Kultur-Dezernentin Sandra Cichon, Bürgermeister Rainer Doetkotte, Aufsichtsrats vorsitzende Marita Wagner, Geschäftsführer Thomas Albers und Kurator Dr. Thomas Mania (v.l.).
Sie sind mit dem Erfolg des Rockmuseums sehr gut zufrieden: Kultur-Dezernentin Sandra Cichon, Bürgermeister Rainer Doetkotte, Aufsichtsrats vorsitzende Marita Wagner, Geschäftsführer Thomas Albers und Kurator Dr. Thomas Mania (v.l.). Foto: Martin Borck

Immer mehr Musikfans entdecken Gronau: Das Rock‘n‘Popmuseum hatte 2019 mit 59.000 Besuchern so viele Gäste wie nie zuvor in einem Jahr. Auf diesen Lorbeeren wollen sich die Verantwortlichen aber nicht ausruhen. Mit der Sonderausstellung „Ludwig lebt! Beethoven im Pop“ will das Museum auf der großen Jubiläumswelle zum 250. Geburtstag des Komponisten mitschwimmen. „,Ludwig lebt!‘ wird die aufwendigste und größte Sonderausstellung, die wir je hatten.

Sie zeigt eindrucksvoll, wie Beethovens Kompositionen sogar bis in den Hip-Hop hinein verankert sind und welchen Einfluss seine Werke auch heute noch haben“, erklärt Geschäftsführer Thomas Albers. Kurator Dr. Thomas Mania ergänzt: „Die Ausstellung richtet sich nicht nur an Klassik-Liebhaber, auch Fans von moderner Pop- oder Rockmusik sind willkommen, auf eine spannende Entdeckungstour zu gehen. Denn es ist erstaunlich, in welchen Stücken sich Beethoven überall wiederfindet. In Verbindung mit unserem innovativen Akustiksystem werden wir bei unseren Gästen bestimmt für viele Aha-Effekte sorgen.“

Zufriedenstellende Bilanz

Die Museums-Macher, Bürgermeister Rainer Doetkotte, Aufsichtsratsvorsitzende Marita Wagner und Kulturdezernentin Sandra Cichon zeigten sich am Donnerstag bei einem Pressegespräch zufrieden mit der Bilanz des vergangenen Jahres. Zur Bilanz gehören 20 Konzerte, 5243 Videos aus der Greenbox, dazu viele Führungen.

Rock‘n‘Popmuseum Gronau: Rock, Reggae, Rap und Johnny Däpp

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  • Im Entree-Bereich des Museums werden die Besucher – virtuell – von Udo Lindenberg begrüßt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Panikrocker mit Gronauer Wurzeln heißt die Gäste der Ausstellung willkommen „in Gronau an der Donau“.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vorhang auf für die neu gestaltete Ausstellung. Die Besucher tragen Kopfhörer mit „Head Tracking System“, die Position genau bestimmen können. So hört jeder, was und wie er es möchte.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Kerstin Kamlage gehört zu den Museumsbegleitern der ersten Stunde.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Ein ganz besonderes Ausstellungsstück: Urinale aus dem CBGB-Club in New York, dem Geburtsort des Punkrocks.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch die niederländische Rock- und Popgeschichte hat Platz in der neuen Ausstellung gefunden.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Eine Jacke von „King“ Elvis Presley.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • „Sound of history“: Dank intelligenter Technik wird hier ein- und derselbe Song in den Soundqualitäten verschiedener Epochen wiedergegeben. Das Tracking System auf den Kopfhörern „weiß“, an welcher Stelle der Besucher jeweils steht.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Im Themenbereich „Performance“ ist auch ein Original-Bühnenkleid von Helene Fischer ausgestellt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • In dieser Dose hat John Lennon zunächst Marihuana-Blätter aufbewahrt, später Tee...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Eine Original-Garderobentür aus dem „Onkel Pö“ in Hamburg.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das Studio der Krautrocker „Can“ wurde im Untergeschoss des Museums nachgebaut.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Im „Greenroom“ können die _- kleinen und großen – Besucher aus 30.000 Songs auswählen und ihre Karaoke-Qualitäten unter Beweis stellen. Hier Kinder der Kita St. Peter und Paul aus Nienborg.

    Foto: Wilfried Gerharz
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  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz

„Die Entscheidung, die Geschichte der Rock- und Popmusik in Themeninseln und nicht chronologisch zu erzählen, hat sich als richtig erwiesen.“ Auch der Aufsichtsrat des Museums zeigt sich zufrieden: Das Team hat mit viel Liebe für Details einen Ort kreiert, der für Besucher echte Gänsehautmomente schafft. Die tiefe Verbundenheit zu den Geschichten der Musik spürt man in jedem Winkel. Es macht Spaß, hier auf Entdeckungsreise zu gehen“, so Marita Wagner.

Steigende Zahl niederländischer Besucher

Schulklassen und Vereine aus dem Umland sorgten auch in den sonst eher besucherschwachen Monaten für gute Zahlen. Auch die Zahl der niederländischen Besucher hat sich deutlich erhöht. Aber es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden könnte: So sollen in der Dauerausstellung die Bereiche markiert werden, in denen die Informationen über die Kopfhörer am besten zu empfangen sind. Die Garderoben-Situation und die Rückgabe der Kopfhörer soll optimiert werden. Das Büro Heller, das das neue Museum konzipierte, ist eingebunden.

Beliebt sind sowohl klassische Museumsbesuche auf eigene Faust als auch geführte Touren – allen voran die Comedyführung mit dem Eper Urgestein Tönne Speckmann. Er führt auf Platt Besucher durch die Musikgeschichte und hat dabei allerhand Wissenswertes über die Stars und Sternchen auf seine ganz eigene Art zu berichten. Das Konzept mit Sonderführungen soll ausgebaut werden. „Wir denken da unter anderem an ein Udo-Lindenberg-Double.“ Da die „langen Freitage“ auf guten Zuspruch stoßen, wird überlegt, das Angebot auszuweiten.

Auch für Kinder bietet das Museum regelmäßige Veranstaltungen, das „Zappeltier“ von Musiker „Frank und seine Freunde“ kommt regelmäßig.

Künftig noch mehr Live-Musik

Es soll künftig noch mehr Live-Musik geben. Die Clubkonzerte werden allerdings ab Mai wegen der Beethoven-Ausstellung von der „Turbine“ ins Museumscafé „Backstage“ umziehen. „Wir stehen im Kontakt mit dem Seniorenbeirat“, sagt Thomas Albers. In Zukunft werden Tanz-Veranstaltungen angeboten.

Mehr Besucher generieren höhere Einkünfte, „aber auch höhere Kosten“, dämpft Albers Hoffnungen, der städtische Zuschussbedarf werde sich erheblich verringern. Mit 800 000 Euro müsse gerechnet werden. „Die letzten zugesagten Fördergelder für den Umbau sind eingegangen, so dass wir daran einen Haken machen können“, so Albers. Für den Bürgermeister ist das Museum ein Mosaikstein im Leitbild Musikstadt. „Das Museum wird uns einen Schub geben“, ist er sicher.

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