Närrischer Startschuss am 22. Februar
Premiere: erster Karnevalsumzug in Telgte

Telgte -

Zuversicht und Vorfreude in der Emsstadt: Das Interesse an einem Karnevalsumzug von Telgtern für Telgter ist in der Bevölkerung groß, sind sich die örtlichen Narren sicher. Gespannt sehnen die Organisatoren dem ersten Lindwurm der Freude in der Stadt entgegen. Im Vorfeld sahen sie sich aber mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Freitag, 07.02.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 09:22 Uhr
Mit diesem Wagen, den sie im vergangenen Jahr gebaut haben, um in Warendorf mitzufahren, wollen die Mitglieder der KG Schwarz-Gold Telgte am 22. Februar beim ersten Straßenkarneval in Telgte feiern.
Mit diesem Wagen, den sie im vergangenen Jahr gebaut haben, um in Warendorf mitzufahren, wollen die Mitglieder der KG Schwarz-Gold Telgte am 22. Februar beim ersten Straßenkarneval in Telgte feiern. Foto: PA

Wenn in Münster und Warendorf Tausende Narren durch die Straßen ziehen, wo ausgelassen gefeiert wird und es Kamelle regnet, ist es in Telgte eher still. War es zumindest. Denn in diesem Jahr wird alles anders: In diesem Jahr feiert Telgte zum ersten Mal einen eigenen Straßenkarneval. 850 Karnevalisten sollen am 22. Februar mit 20 Festwagen und 20 Fußgruppen durch die Altstadt ziehen.

„Eigentlich überlegen wir schon Jahrzehnte, wenn wir ehrlich sind“, sagt Franz Winkels, Präsident der Karnevalsgesellschaft (KG) Schwarz-Gold Telgte und Vorgänger der diesjährigen Prinzessin, Ingrid I. 240 Mitglieder gehören der KG Schwarz-Gold an, den Verein gibt es schon seit 55 Jahren. Die I. Stadtgarde Telgte feierte vor wenigen Wochen ihr 35-jähriges Bestehen. An Karnevalsbegeisterten mangelt es der Gemeinde offenbar nicht.

Viele Herausforderungen

Warum hat es also so lange gedauert, bis der Straßenkarneval ins Leben gerufen wurde? „Weil man erst einmal jemanden finden muss, der die Verantwortung übernehmen will und der Spaß daran hat, so etwas zu organisieren“, sagt Franz Winkels. Dass das „viel Arbeit“ ist, kann seine Frau Sabine bestätigen. Vor allem, weil eine derartige Veranstaltung heute mit sehr viel mehr bürokratischem Aufwand verbunden sei als noch vor einigen Jahren. Und mit Kosten: Winkels rechnet mit etwa 10.000 Euro.

„Die größte Herausforderung war, die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass das eine gute Sache ist“, sagt Winkels. Vor sechs Jahren hat er die Vereinsführung übernommen, der Straßenkarneval sei dem neuen Präsidium von Anfang an ein Herzensanliegen gewesen. Dafür müsse man alle Mitglieder hinter sich wissen, „sonst funktioniert sowas nicht“, weiß Winkels.

TÜV-Überprüfung steht noch an

Und so wurde das Projekt nach und nach vorangebracht – zunächst mit einem eigenen Wagen beim Umzug durch Milte und Warendorf im vergangenen Jahr. Eine Erfahrung, die die schwarz-goldenen Karnevalisten endgültig überzeugte: So etwas brauchen wir auch! „Ob man am Straßenrand steht oder selbst mitten drin ist, ist ein Riesenunterschied“, sagt Sabine Winkels. „Wir wollen einfach etwas Schönes für die Gemeinde machen“, sagt ihr Mann. Karneval für alle, auch die, die keine Lust auf Saalkarneval oder einen Verein haben – das ist der Plan.

Um das Projekt in die Tat umzusetzen, hat der Unternehmer alle Hände voll zu tun. Die Festwagen sind fertig, müssen teilweise aber noch vom TÜV abgenommen werden. Wurfmaterial muss bestellt und anschließend verpackt werden. Auch die Fragen, was und wie viel überhaupt geworfen werden soll, hat die Organisatoren beschäftigt – aus verschiedenen Gründen.

Sicherheitskonzept steht

Im Gegensatz zu anderen Festorten ist die gesamte Telgter Altstadt mit Kopfstein gepflastert: „Die einfachen Bonbons möchte ja nachher keiner aus dem Pflaster kratzen.“ Es soll nachhaltiger gefeiert werden: Mit Äpfeln, Möhren, Bällen und anderen Kleinigkeiten, die weniger gefährdet sind als Bonbons, nach der Party massenhaft im Müll zu landen.

Die wohl größte Hürde aber ist bereits genommen: Das Konzept inklusive Sicherheitsvorkehrungen für den Umzug steht und ist von der Stadt genehmigt worden. „Die städtischen Mitarbeiter haben uns super unterstützt“, sagt Winkels. Das Konzept konnten die Telgter von der gut befreundeten KG aus Warendorf übernehmen, die ja schon umzugserprobt ist, „das hat uns unwahrscheinlich geholfen“. Wenn alles gut geht, soll der Straßenkarneval alle drei bis fünf Jahre gefeiert werden. Jedes Jahr sei „langweilig“, denn „man sollte sich auf so etwas freuen können“, meinen die Winkels.

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