Smart City
Rheine will Hightech gegen Falschparker nutzen

Rheine -

Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann möchte die Stadt lebenswerter und grüner machen. Wesentlicher Baustein dazu ist das Funknetz. Es bietet einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken. Zum Beispiel könnte man Falschparker über Sensoren in Echtzeit kontrollieren.

Freitag, 07.02.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 10:20 Uhr
Smart City: Rheine will Hightech gegen Falschparker nutzen
Diese Geräte stehen für die Zukunft: Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann (links) und RheiNet-Geschäftsführer Manfred Ventker zeigen ein LoRaWan-Gateway. Foto: Matthias Schrief

In der „Smart City“, der intelligenten Stadt, werden Informationen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation so miteinander vernetzt, dass sich die Lebensqualität für die Bewohner steigert. Gleichzeitig profitiert die Nachhaltigkeit der Stadt, sie wird lebenswerter und grüner. Das ist die Vision, die RheinesBürgermeister Peter Lüttmann gerade vorantreibt.

„Der wesentliche Baustein zur Umsetzung der Smart City ist das Funknetz LoRaWan“, sagt Manfred Ventker, Geschäftsführer der Stadtwerke Rheine-Tochter „RheiNet GmbH“. Es bietet einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken wie Mobilfunk und Wlan: Es ist lizenzfrei, hat eine große Reichweite, einen niedrigen Energieverbrauch und verursacht vergleichsweise niedrige Kosten.

In der Emsstadt haben die Stadtwerke als Betreiber des lokalen LoRaWan-Netzes die ersten Antennen – auch Gateways genannt – bereits installiert. Bis zum Ende des Jahres werden acht Gateways in Rheine eingerichtet.

30 Anwendungsmöglichkeiten identifiziert

Bürgermeister Lüttmann beschreibt drei Anwendungsbeispiele, mit denen die Emsstadt in Kürze die ersten Schritte in die neue Welt unternehmen will:

  • „Wir haben immer wieder Probleme damit, wenn Falschparker Zufahrten und Parkflächen für Feuerwehr- und Rettungskräfte blockieren oder die Radfahrstreifen zustellen. Die fehlende Akzeptanz der Autofahrer kann unter Umständen gefährliche Situationen hervorrufen. Solche Bereiche wollen wir künftig mit Sensoren ausstatten, die dann über das LoRaWan-Netz diese Flächen in Echtzeit kontrollieren. Wir können dann zielgenau und schnell reagieren.“
  • „Die Sommer werden immer heißer. In der Stadt gibt es aber Stellen mit unterschiedlichem Mikroklima. Die Sensoren nehmen diese Wetterdaten auf. Wenn wir uns dann an die Grünplanung für die Innenstadt begeben, haben wir sozusagen die Hitzepunkte markiert und können die Pflanzen effizient setzen.“
  • Drittes Beispiel: Starkregenereignisse. „Bei Gefahr in Verzug könnten Bürger per SMS informiert werden, wenn der Pegelstand einen Wert erreicht hat, der Gegenmaßnahmen erforderlich macht“, sagt Lüttmann.

„Der LoRaWan-Netzaufbau kostet uns weniger als 100.000 Euro“, sagt Stadtwerke-Chef Ralf Schulte-de Groot. Insgesamt haben die Stadtwerke bislang knapp 30 Anwendungsmöglichkeiten identifiziert.

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