Gericht verurteilt Dealer aus Lengerich
Bewährungsstrafe für Drogengeschäfte

Lengerich/Ibbenbüren -

Ein Drogendealer aus Osnabrück hatte seinen „Kollegen“ aus Lengerich angeschwärzt. Der landete vor dem Amtsgericht Ibbenbüren. Im Verlauf der Verhandlung stellte sich heraus, dass der Osnabrücker wenig glaubwürdig in seinen Aussagen gewesen ist.

Dienstag, 03.03.2020, 19:46 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 17:12 Uhr
Das Amtsgericht Ibbenbüren
Das Amtsgericht Ibbenbüren Foto: Wilhelm Schmitte

Bereits zwei Mal war der Termin vor dem Schöffengericht in Ibbenbüren geplatzt, weil Zeugen nicht erschienen waren. Erst am gestrigen Dienstag konnte der Staatsanwalt die Anklage verlesen. Er warf einem 36-jährigen Lengericher vor, von Januar 2014 bis August 2015 in mindestens 50 Fällen mit Drogen gehandelt zu haben. Das Urteil lautete am Ende eineinhalb Jahre Gefängnis auf Bewährung, allerdings ging es da „nur“ noch um 18 Fälle.

Die Anklage ging davon aus, dass der drogenabhängige Mann vor allem Kokain aus den Niederlanden eingeführt hat, um diese Drogen gewinnbringend zu verkaufen. Darüber hinaus wurde dem Lengericher zur Last gelegt, mit Ecstasy, Heroin und weiteren illegalen Substanzen gehandelt zu haben.

Die Verhaftung eines anderen Drogendealers aus Osnabrück hatte die Polizei auf die Spur des 36-Jährigen gebracht. Die Auswertung von Telefondaten und vor allem die Aussagen des Osnabrückers belasteten den Angeklagten erheblich. Der räumte vor Gericht zwar einen Teil der Vorwürfe ein, bestritt aber, in größerem Umfang als Dealer tätig gewesen zu sein.

Im Verlauf der Beweisaufnahme kamen offenbar auch Gericht und Staatsanwalt zu dieser Einsicht. Immer wieder wurde die Verhandlung für kurze Beratungen unterbrochen. Besonders die Glaubwürdigkeit des Drogendealers aus Osnabrück wurde in Zweifel gezogen. Zwar betonte dieser immer wieder, dass er niemanden zu Unrecht beschuldigen wolle, beharrte allerdings auf seinen Vorwürfen gegen den 36-Jährigen. Als bekannt wurde, dass anscheinend eben doch auch „Rachemotive“ im Spiel waren – der Lengericher hatte dem Osnabrücker die Freundin ausgespannt –, hatte der Zeuge jegliches Vertrauen des Gerichts verloren.

So blieben von den 50 Tatvorwürfen gerade einmal elf Fälle von Handel mit geringen Mengen (ein bis fünf Gramm) Drogen übrig und sieben Fälle, bei denen es um bis zu 50 Gramm ging.

In seiner Urteilsbegründung hob der Richter vor allem hervor, dass zu Gunsten des Angeklagten sein bisher straffreies Leben spräche sowie das Geständnis und sein gesichertes soziales Umfeld. „Ein Strafmaß von bis zu fünf Jahren wäre möglich gewesen,“ betonte der Richter. Eine mögliche Minderung des Strafmaßes, auf Grund der langen Verfahrensdauer, sah das Gericht allerdings nicht gegeben. Der Angeklagte nahm das Urteil an und verzichtete auf weitere Rechtsmittel.

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