Drogen und Erbrochenes in der Marienkapelle
Vorfälle immer krasser

Everswinkel -

„Wie kann sich ein Mensch in einem sakralen Raum so respektlos verhalten“, ringt der Pfarrer mit Mühe um Fassung. In der Marienkapelle hat es einen Vorfall gegeben, der jetzt zu deren vorübergehender Schließung geführt hat.

Donnerstag, 05.03.2020, 06:20 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 13:10 Uhr
Drogen und Erbrochenes in der Marienkapelle: Vorfälle immer krasser
Foto: Günther Wehmeyer

„Wegen mutwilliger Verschmutzung ist die Kapelle geschlossen“, steht an der Tür der kleinen Kapelle am Magnus-Kirchplatz. Was sich hinter diesem Hinweis verbirgt ist nahezu unbegreiflich. Schon am Dienstag der vergangenen Woche hatte Brigitta Kraß, Küsterin der der katholischen Kirchengemeinde, festgestellt, dass in der Kapelle geraucht wurde und Kippen in den Kerzenständern ausgedrückt worden waren.

„Wir haben dennoch die Kapelle offen gelassen, bis wir am Freitag feststellen mussten, dass dort Drogen konsumiert wurden, und sich jemand vor der Seitenbank übergeben und an der Wand uriniert hatte“, beschreibt Brigitta Kraß die Vorkommnisse. Pfarrer Pawel Czarnecki zeigt sich entsetzt. „Wie kann sich ein Mensch in einem sakralen Raum so respektlos verhalten“, ringt der Pfarrer mit Mühe um Fassung. Von der Reinigungskraft habe er erfahren, dass schon mehrmals in der Kapelle geraucht und gekifft wurde, „aber die Vorfälle werden immer krasser.“

Auch im Vorraum der Magnuskirche habe es solche Dinge schon gegeben. „Mir fehlen die Worte und ein solches Verhalten macht mich wütend“, entfährt es dem Pfarrer. „Die Gläubigen kommen hier hin, um eine Kerze anzuzünden und zu beten, und dann gibt es solche Menschen, die sich so schlimm verhalten.“

Der Kirchenvorstand werde in Kürze darüber beraten, wie es jetzt weitergehe. Auf jeden Fall müsse der Teppichboden entfernt werden. In der Zeit der Schließung der Kapelle besteht für die Gläubigen, die dort eine Kerze anzünden und beten möchten, die Möglichkeit, sich beim Ehepaar Kraß zu melden. „Wir schließen dann die Tür auf und lassen die Gläubigen ein wenig allein“, erläutert Brigitta Kraß die derzeitige Situation. „Wir haben inzwischen bei die Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, berichtet Pfarrer Czarnecki, „und diejenigen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, bitten wir, sich bei der Polizei oder im Pfarrbüro, 0 25 82/273, zu melden.“

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