Erster Fall im Kreis Borken
Bocholterin mit dem Coronavirus infiziert

Kreis Borken -

Im Kreis Borken ist jetzt erstmals ein Coronavirus-Infektionsfall nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handelt es sich um eine junge Frau aus Bocholt. Sie war im Italien-Urlaub, aber nicht in den dortigen Risikogebieten.

Donnerstag, 05.03.2020, 11:10 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 13:34 Uhr
Erster Fall im Kreis Borken: Bocholterin mit dem Coronavirus infiziert
(Symbolbild) Foto: dpa

Im Kreis Borken ist jetzt erstmals ein Coronavirus-Infektionsfall nachgewiesen worden. Das teilt die Borkener Kreisverwaltung heute (05.03.2020) mit. Bei der infizierten Person handelt es sich um eine junge Frau aus Bocholt. Sie gehörte einer Gruppe von insgesamt sechs Frauen an, die einen Urlaub in Italien – aber nicht in den dortigen Risikogebieten – verbracht hatten. Bereits auf der Heimfahrt im gemeinsamen Kleinbus meldeten sie sich telefonisch, da sich bei mehreren Personen Erkältungssymptome zeigten. Sofort nach ihrer Rückkehr begaben sie sich überdies in Absprache mit dem kontaktierten Kreisgesundheitsamt Borken vorsorglich in häusliche Quarantäne.

Zudem wurde durch die Hausärzte der Frauen jeweils ein entsprechender Test auf das Coronavirus vorgenommen. Diese Proben wurden dann in unterschiedlichen Laboreinrichtungen ausgewertet, so dass sie erst sukzessive dem Kreisgesundheitsamt vorlagen. Bei fünf der Personen war dieser Test negativ. Der sechste, heute Morgen eintreffende Befund ergab dann, dass sich die Bocholterin mit dem Coronavirus infiziert hat. Ihr Allgemeinzustand ist stabil. Sie weist lediglich leichte Erkältungssymptome ohne Fieber auf und ist weiterhin in häuslicher Quarantäne. Vorsorglich befinden sich auch die übrigen fünf Mitglieder der Reisegruppe entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes in Quarantäne.

Landrat Dr. Kai Zwicker ruft zur Besonnenheit auf 

Zwei von ihnen hatten sich nach Bekanntwerden ihres negativen Befundes am Dienstag (04.03.2020) zunächst aus der Quarantäne begeben. Der Gesundheitszustand aller sechs Frauen wird laufend beobachtet. Die Mitglieder der Reisegruppe zeigen sich dabei sehr kooperativ. Das Risiko einer Weiterverbreitung des Coronavirus in Bocholt im Zusammenhang mit diesem Fall wird vor dem geschilderten Hintergrund derzeit als äußerst gering eingeschätzt.

Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker appelliert an die Bevölkerung, besonnen zu sein. Es werde alles darangesetzt, eine Weiterverbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Daher hat er sofort den Krisenstab des Kreises einberufen, deren Einsatz seit Tagen ohnehin schon vorsorglich vorbereitet war. Dem Krisenstab gehören neben Landrat Dr. Kai Zwicker u. a. auch Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow, Kreisamtsärztin Annette Scherwinski als Leiterin des Kreisgesundheitsamtes und Heribert Volmering, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung an. Auch die Polizei und die Stadt Bocholt sind im Krisenstab vertreten. So nahmen für die Stadt Bocholt 1. Beigeordneter Thomas Waschki, Ordnungsamtsleiterin Monika Tenbrock und Feuerwehrchef Thomas Deckers teil.

In der Sitzung gab es folgende Festlegungen:

1. Die Telefon-Hotline des Kreisgesundheitsamtes Borken unter der Telefonnummer 02861/82-1091 ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr freigeschaltet. Dort sind Auskünfte zum Thema Coronavirus erhältlich.

2. Aufgrund der derzeitigen Lagesituation besteht keine Notwendigkeit, öffentliche Einrichtungen zu schließen.

3. Nach derzeitiger Lageeinschätzung besteht behördlicherseits keine Veranlassung dafür, öffentliche Veranstaltungen abzusagen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer solcher Veranstaltungen sollten in eigener Einschätzung für sich klären, ob sie diese aufsuchen.

Ausdrücklich wird die Bevölkerung noch einmal gebeten, die hygienischen Verhaltensregeln zu beachten:

· niemanden anhusten oder anniesen

· wenn kein Taschentuch vorhanden, in die Ellenbeuge niesen oder husten (nicht in die Hände!)

· auf das Händeschütteln verzichten · Berührung von Augen, Nase oder Mund vermeiden

· die Nutzung und sichere Entsorgung von Einmal-Taschentüchern

· intensive Raumlüftung

· exakte Händehygiene im Alltag, insbesondere gründliches Händewaschen nach Personenkontakten, nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme sowohl nach Kontakt mit Gegenständen oder Materialien in der Öffentlichkeit als auch nach Kontakt mit Erkrankten

· die Empfehlung für Erkrankte, im eigenen Interesse zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern

· direkten Kontakt zu möglicherweise erkrankten Personen vermeiden

· ggf. Großveranstaltungen meiden

Der Kreis Borken informiert fortlaufend über das Internet unter www.kreis-borken.de/coronavirus sowie über Facebook, Twitter und Instagram.

Wenn Sie den folgenden Facebook Beitrag ansehen möchten, aktivieren Sie diesen bitte über den Button. Mit der Aktivierung des Beitrags erklären Sie sich damit einverstanden, dass Daten an Facebook übermittelt werden.
Der Facebook-Post wird geladen

Die Telefon-Hotline des Kreisgesundheitsamtes Borken unter der Telefonnummer 02861/82-1091 ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr freigeschaltet. Dort sind Auskünfte zum Thema Coronavirus erhältlich.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

1/11
  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland vom RKI aktuell (Stand 3.3. - zur Risikobewertung ) als mäßig eingeschätzt. Eine weltweite Ausbreitung des Erregers sei zu erwarten. Diese Einschätzung könne sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Diese Fälle spielen bei der Verbreitung laut RKI jedoch „offenbar keine größere Rolle”.

    Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Ob SARS-CoV-2 auch fäkal-oral verbreitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der Welgesundheitsorganisation WHO scheint dieser Übertragungsweg in China keine Rolle zu spielen.

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

    Von den Menschen, die mit einem Kranken in Kontakt kommen, infizieren sich nach Einschätzung von Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité in Berlin, derzeit „5 bis 10 Prozent".

    Die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ist nach wie vor ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Einige Zahlen dazu: Seit Oktober 2019 wurden in Deutschland insgesamt etwa 120.000 labordiagnostisch bestätigte Influ­enzafälle an das RKI übermittelt. Rund ein Sechstel (17 Prozent) dieser Erkrankungen verlief so schwer, dass Patienten ins Krankenhaus kamen. Nachweislich sind in dieser Grippesaison bereits rund 200 Menschen daran gestorben. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland liegt bei rund 500 (Stand 6.3., 7 Uhr, zu den aktuellen Fallzahlen ), einen Todesfall gab es bislang nicht.

    Foto: dpa
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. 

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte unnötige Kontakte meiden (möglichst zwei Meter Abstand zu anderen Menschen) und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht nötig. Und auch ständiges Desinfizieren der Hände ist laut Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen, überflüssig.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
Nachrichten-Ticker