Coronavirus
Zwei Caritas-Mitarbeiter in Ibbenbüren in Quarantäne

Ibbenbüren -

Zwei Mitarbeiter von Senioreneinrichtungen in Ibbenbüren sind wegen einer eventuellen Ansteckung mit dem Coronavirus in Quarantäne. Beide hatten bei einer Fortbildung Kontakt zu einer infizierten Frau aus dem Landkreis Leer.

Donnerstag, 05.03.2020, 14:51 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 15:02 Uhr
Coronavirus: Zwei Caritas-Mitarbeiter in Ibbenbüren in Quarantäne
Zwei Mitarbeiter von Senioreneinrichtungen in Ibbenbüren haben sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert. Foto: dpa (Symbolbild)

Die beiden Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung, die derzeit wegen einer eventuellen Ansteckung mit dem Coronavirus in Quarantäne sind, gehören zum Caritasverband Tecklenburger Land. Sie sind in den Einrichtungen Haus Waldfrieden und Haus Magdalena tätig. Das bestätigte Manuel Künnemann, geschäftsführender Gesamtheimleiter, unserem Medienhaus. „Wir wollen offen und ehrlich mit der Situation umgehen“, sagt Künnemann.

Kontakt bei Fortbildung

Direkt bei Bekanntwerden am Mittwoch sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Der stehe im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt. Die Angehörigen werden informiert, Aushänge in den Einrichtungen weisen auf die Verdachtsfälle hin. „Es sind immer noch Verdachtsfälle“, unterstreicht Künnemann.

Er habe Kontakt zu beiden Mitarbeitern, denen es „gut geht. Sie zeigen keine Symptome“. Die beiden hatten Kontakt zu einer Frau aus dem Landkreis Leer, die positiv auf den Coronavirus getestet wurde. Zusammen waren sie am Montag auf einer Fortbildung in Lingen.

Erhöhte Hygienestandards

Die Situation sei sicher nicht alltäglich, sagt Künnemann, aber auch nicht befremdlich. Generell gelten in Seniorenpflegeeinrichtungen erhöhte und festgelegte Hygienestandards. Diese seien festgelegt und würden regelmäßig geschult, betont Rita Stegemann-Bücker, Hygienebeauftragte und Fachbereichsleiterin Hauswirtschaft, die schon viele Jahre bei der Caritas beschäftigt ist. Immer wieder würden diese angewandt und weiter verbessert, schließlich gingen die Einrichtungen auch regelmäßig mit Grippe oder dem Norovirus um. Es gelte jetzt, die Balance zwischen notwendigen Einschränkungen und der nötigen Versorgung zu halten, zitiert Künnemann Gesundheitsminister Spahn.

So werden in den nächsten 14 Tagen keine Großveranstaltungen in allen Senioreneinrichtungen der Caritas stattfinden. Angebote würden heruntergefahren. Die Besuche sollen auf ein erforderliches Mindestmaß reduziert werden. „Auch jeder, der zu uns kommt, kann mit jemandem Kontakt gehabt haben, der den Coronavirus hat.“ Das alles seien aber reine Vorsichtsmaßnahmen. Bei besonders immunschwachen Bewohnern würden die Maßnahmen erhöht.

Es gebe ein festgelegtes Reinigungs- und Desinfektionskonzept. Dazu gehörten natürlich die Desinfektionsspender an den Eingängen für Besucher und Lieferanten. Gibt es einen Verdacht, zum Beispiel auf Grippe, werden vermehrte Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, dazu gehören beispielsweise Handläufe und Türklinken. „Das ist viele Jahre geschult“, sagt Stegemann-Bücker. Und werde regelmäßig evaluiert.

„Der Betrieb muss aufrecht gehalten werden“

Die Beiden hoffen natürlich, dass die beiden Mitarbeiter sich nicht angesteckt haben. Andernfalls wären in Absprache mit dem Gesundheitsamt weitere Quarantänemaßnahmen erforderlich. Dafür gebe es bis jetzt noch keinen Notfallplan. „Ein so hoher Ausfall an Personal ist nicht geübt“, sagt Künnemann. Allerdings arbeite man daran in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Der Caritasverband betreibt vier stationäre Einrichtungen, eine Tagespflege und den ambulanten Dienst.

Sicher würde dann geschaut, wo gegebenenfalls Personal abgezogen werde und man vielleicht auf externes Personal zurückgreifen müsse. „Der Betrieb muss aufrecht gehalten werden“, weiß Künnemann. „Sie können die Pflege auf ein gewisses Maß herunter fahren“, ergänzt Stegemann-Bücker. Aber die Grundversorgung müsse gewährleistet sein. Da müsse man schauen, wer gegebenenfalls unterstützen und wer helfen könne. „Das würde in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis und dem Gesundheitsamt erfolgen.“

Waschen, waschen, waschen

Es helfe nicht, Panik zu verbreiten, sondern die Dinge ruhig und besonnen anzugehen. „Wir werden auch die Mitarbeiter noch einmal informieren.“

„Viel geht über die Hände“, erinnert Stegemann-Bücker. Deswegen rät sie zu waschen, waschen, waschen. Der Caritasverband sei gut aufgestellt bezogen auf die internen Abläufe sowie die notwendigen Ausstattung.

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