Beamte dürfen aggressive Bürger filmen
Polizei mit Bodycams ausgestattet

Kreis Warendorf -

Die Polizei schützt den Bürger - aber wer schützt die Polizei? Unter anderem 78 Bodycams, die jetzt in der Kreispolizeibehörde im Einsatz sind.

Donnerstag, 05.03.2020, 18:04 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 13:24 Uhr
Die Personenkontrolle auf der Straße ist gestellt: Die Polizeihauptkommissare Kris Neukäter und Ben Kaumkötter (v. l.) zeigen den Einsatz einer Bodycam. Sollten Bürger aggressiv reagieren, können die Beamten Konfliktsituationen filmen.
Die Personenkontrolle auf der Straße ist gestellt: Die Polizeihauptkommissare Kris Neukäter und Ben Kaumkötter (v. l.) zeigen den Einsatz einer Bodycam. Sollten Bürger aggressiv reagieren, können die Beamten Konfliktsituationen filmen. Foto: Beate Kopmann

Angriffe auf die Polizei nehmen zu: 94 Strafanzeigen wurden im vergangenen Jahr gestellt, weil Polizei und Rettungsdienst im Kreis Warendorf angegriffen wurden. Seit Donnerstag ist die Polizei nun mit Bodycams ausgestattet. Die Kameras sollen den Schutz der Polizisten verbessern.

Ich brauche nur auf den Sensor zu drücken – und die Kamera läuft.

Polizeihauptkommissar Kris Neukötter

„Ich brauche nur auf den Sensor zu drücken – und die Kamera läuft“, erläutert Polizeihauptkommissar Kris Neukötter die Funktionsweise. Die Bodycam verfüge ferner über zwei Mikrofone, sowohl für den Nah- als auch für den Fernbereich. Befestigt sind die Körperkameras direkt an der Schulter auf den neuen Schutzwesten, die ebenfalls einen besseren Schutz der Polizisten gewährleisten sollen.

Im ersten Schritt hat die Kreispolizeibehörde Warendorf 78 Bodycams erhalten. Diese Zahl soll noch auf über 100 hochgestuft werden. „Zunächst wollen wir die Streifenpolizisten mit den Geräten ausrüsten“, kündigt Landrat Dr. Olaf Gericke an. Aber auch die Kollegen im Verkehrs- und Bezirksdienst sowie in der Bekämpfung der Kriminalität sollen nach und nach eine Bodycam bekommen. Im Idealfall dienen die Kameras künftig auch zur Abschreckung, so dass eine mögliche Bedrohungslage erst gar nicht eskalieren muss.

„Wahrscheinlich müssen sich die Kollegen aber auch erst an den Einsatz der Bodycams gewöhnen“, mutmaßt Susanne Dirkorte, Pressesprecherin der Polizei. Schließlich seien die Beamten nicht daran gewöhnt, bei einer möglichen Bedrohungslage gleich die Kamera einzuschalten. Erfahrungen andernorts haben aber schon gezeigt, dass sich viele Kollegen mit der neuen Technik sicherer fühlen.

Insgesamt neun Millionen Euro hat sich das Land Nordrhein-Westfalen die Ausrüsten der Polizeibeamten mit 9000 Bodycams kosten lassen.

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