Gebührenfreiheit für Kindergräber
Kleine Entlastung für trauernde Eltern

Ostbevern -

Einstimmig fasste der Rat der Gemeinde Ostbevern den Beschluss, dass Kindergrabstellen ab sofort gebührenfrei sind. Auch darüber hinaus gibt es einige Änderungen in der Friedhofsgebührensatzung.

Samstag, 07.03.2020, 06:43 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 17:08 Uhr
Kindergräber sind mit der neuen Friedhofssatzung, die der Ostbeverner Rat einstimmig verabschiedet hat, künftig gebührenfrei. Damit wollen die Politiker ein Zeichen setzen.
Kindergräber sind mit der neuen Friedhofssatzung, die der Ostbeverner Rat einstimmig verabschiedet hat, künftig gebührenfrei. Damit wollen die Politiker ein Zeichen setzen. Foto: Daniela Allendorf

Der Verlust eines Kindes lässt sich schwer in Worte fassen. Um die Eltern zumindest finanziell in einer solchen Situation etwas zu entlasten, hat der Rat bei seiner jüngsten Sitzung den einstimmigen Beschluss gefasst, dass Kindergrabstellen mit der neuen Satzung ab sofort gebührenfrei angeboten werden. Die Grundidee dafür kam von der FDP-Fraktion, für die Karin Läkamp in der Sitzung von einem „sehr positiven Ergebnis“ sprach. Dem Beschluss vorausgegangen war eine Neuberechnung der Gebühren durch die Gemeindeverwaltung.

Geringer Anteil an den Gesamteinnahmen

„Nach den statistischen Werten der letzten zehn Jahre erfolgt die Belegung eines Kindergrabes auf dem Friedhof in Ostbevern – wenn überhaupt – maximal einmal jährlich“, hatte die Verwaltung ausgeführt. Nach der Gebührenkalkulation ergebe sich für eine Ruhezeit von 20 Jahre eine Nutzungsgebühr von 327 Euro, das entspreche aufgerundet einem jährlichen Betrag von 17 Euro. Für den Friedhof im Ortsteil Brock belaufe sich die jährliche Nutzungsgebühr für ein Kindergrab auf zehn Euro. „Angesichts des geringen Anteils an der Gesamtgebühreneinnahme, der bei Belegung eines Kindergrabes zur Finanzierung der Gesamtkosten der Friedhöfe herangezogen werden kann, hält es die Verwaltung für vertretbar, für die Kindergräber auf beiden Friedhöfen eine Gebührenfreiheit in die Friedhofsgebührensatzung aufzunehmen“, so die Verwaltung. Auf dem Friedhof in Brock war ein Kindergrab, das geht aus der alten Satzung hervor, bereits gebührenfrei, im Ort wurden bislang 275 Euro berechnet.

Veränbderungen in der Gebührensatzung

Mit der neuen Gebührensatzung ergeben sich einige Veränderungen. Ein Wahlgrab auf dem Ostbeverner Friedhof kostet ab sofort 890 Euro und damit fünf Euro weniger als nach der alten Satzung. Ein Urnenreihengrab wird knapp sieben Prozent teurer. Dafür müssen zukünftig 700 Euro bezahlt werden. Für ein Urnenwahlgrab im Bereich des Hochkreuzes werden 1282 Euro berechnet, für ein Urnengrab im Gemeinschaftsfeld 1116 Euro.

Für Brock sieht die neue Satzung folgende Gebühren vor: Ein Wahlgrab wird rund zehn Prozent teurer und kostet zukünftig 600 Euro. Die Gebühr für ein Urnenreihengrab wird um rund 19 Prozent auf 472 Euro angehoben. Ein Urnengrab im Gemeinschaftsfeld kostet 834 Euro, eine Verlängerung der Nutzungszeit ist bei dieser Grabart nicht vorgesehen. Bislang gab es in Brock eine solche Fläche noch nicht.

Neue Urnengräber

Eine Besonderheit sind übrigens die neu geschaffenen Urnengräber im Bereich des Hochkreuzes. Die auf dem Friedhof in diesem Bereich liegenden sogenannten ehemaligen Schwestern- und Haushälterinnengräber der katholischen Kirchengemeinde wurden abgeräumt. Dort werden nun Urnengräber für die Beisetzung von maximal zwei Urnen je Grab angeboten. „Aufgrund der besonderen zentralen Lage werden dort einheitliche Sandsteinstelen verwendet, die kostenmäßig in die Nutzungsgebühr für diese Grabstätten eingeflossen sind. Damit ein gepflegtes Erscheinungsbild dieser zentralen Grabstätten gewährleistet werden kann, hat sich der Nutzungsberechtigte zu verpflichten, einen Dauerpflegevertrag mit der Friedhofsgärtnerei für die Dauer der Nutzungszeit abzuschließen“, betont die Verwaltung in der Vorlage.

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