Sicherheitsdienst verstärkt Ordnungsamt
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Everswinkel -

Zur Umsetzung des Kontaktverbots im Zuge der Corona-Pandemie hat die Landesregierung NRW kürzlich einen Straf- und Bußgeldkatalog veröffentlicht. Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz. Damit sollen Infektionen vermieden und die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden. Die Kontrolle, dass die Regelungen eingehalten werden, obliegt den Kommunen. Die Gemeindeverwaltung Everswinkel hat zur Unterstützung jetzt einen Sicherheitsdienst engagiert.

Freitag, 03.04.2020, 08:29 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:48 Uhr
Die Straßen in der Gemeinde sind in Folge der Corona-Krise wie leergefegt. Über die Regelungen zur Kontaktbeschränkung wird neben Ordnungsamt und Polizei auch ein Sicherheitsdienst wachen.
Die Straßen in der Gemeinde sind in Folge der Corona-Krise wie leergefegt. Über die Regelungen zur Kontaktbeschränkung wird neben Ordnungsamt und Polizei auch ein Sicherheitsdienst wachen. Foto: Klaus Meyer

Es sind unbestritten harte Zeiten. Für Familien, für Geschäftsleute, für Schüler und Studenten, für Senioren, für jeden Bürger – für alle. Die Corona-Krise fordert Opfer und erfordert Opfer. Die derzeitige Kontaktsperre ab mehr als zwei Personen (wenn es sich nicht um Familien handelt) im öffentlichen Raum ist so ein notwendiges Opfer, um eine weitere schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Diese Regelung gilt seit dem 22. März.

Auch in der übersichtlichen Vitus-Gemeinde ist Vertrauen gut, aber Kontrolle besser im Sinne des Gemeinwohls. Denn es zählt zu den Pflichtaufgaben der Gemeindeverwaltung, darauf zu achten, dass die angeordneten Schutzmaßnahmen auch eingehalten werden. War bislang Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs – sowie das personell möglich war – baut die Gemeinde nun auf professionelle Hilfe und hat einen Sicherheitsdienst aus der Region zur Unterstützung beauftragt. Seit gestern sind dessen Kräfte nun in den beiden Ortsteilen unterwegs. Es sind Zweier-Teams, „die da schauen, wo sich Leute aufhalten könnten“, erklärt Ordnungsamtsleiter Jörg Rehfeld auf WN-Anfrage. Dazu zählen etwa Spielplätze, Schulhöfe, Plätze, Geschäftsbereiche und andere beliebte Treffpunkte. Ziel sei es natürlich, „dass das Kontaktverbot möglichst zu 100 Prozent eingehalten wird“. Auch der Bezirksdienst der Polizei ist auf Streife und hält diesbezüglich die Augen offen.

Man muss echt Disziplin haben und zeigen, dass wir das können als Gesellschaft.

Ordnungsamtsleiter Jörg Rehfeld

Bislang haben es die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei Ermahnungen belassen, wenn mal mehr als zwei Personen zusammen angetroffen wurden. „Eigentlich hält sich die Gemeinde ganz gut daran“, zieht Rehfeld ein kleines Zwischenfazit. Im Vordergrund stehe bei den Kontrollen die Information der Bürger, hebt auch Bürgermeister Sebastian Seidel hervor, der an die Bürgerschaft appelliert: „Bleiben Sie möglichst zu Hause. Und wenn Sie doch raus müssen: Halten Sie Abstand. Nur so können wir gegenwärtig uns und unsere Mitmenschen schützen.“

Wer sich wiederholt uneinsichtig zeige, müsse damit rechnen, dass seine Personalien aufgenommen werden und ein Verfahren gegen ihn eingeleitet wird. Der Bußgeld-Katalog des Landes ist dahingehend vielfältig. Bei 200 Euro pro Person geht‘s los.

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