Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung
Die Vermittlungen laufen weiter

Nottuln/Coesfeld -

Die Corona-Pandemie zwingt auch den Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung, die Arbeitsabläufe neu zu organisieren. Geschäftsführerin Sandra Kassenböhmer aus Nottuln erläutert, wie die Tierschützer trotz Corona weiter aktiv sind.

Donnerstag, 02.04.2020, 18:47 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 20:34 Uhr
Der Vorstand des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung arbeitet derzeit wegen des Coronavirus im Homeoffice. So auch Geschäftsführerin Sandra Kassenböhmer (o.r.).
Der Vorstand des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung arbeitet derzeit wegen des Coronavirus im Homeoffice. So auch Geschäftsführerin Sandra Kassenböhmer (o.r.). Foto: TSV

In zwei Teams haben sich aktuell die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen im Tierheim in Lette aufgeteilt, damit die Versorgung der tierischen Bewohner auch in den nächsten Wochen sichergestellt ist. „Wir achten sehr darauf, dass sich die beiden Gruppen bei ihrer Arbeit nicht überschneiden“, erzählt Sandra Kassenböhmer aus Nottuln, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung e.V. „Während sich das eine Team um die Pflege vor Ort kümmert, nimmt das andere seinen Kollegen von zu Hause administrative Arbeit ab.“ Nach einer Woche werde getauscht. Auch der gesamte Vorstand arbeite derzeit im Homeoffice. So könne der Betrieb sichergestellt werden.

„Wir rechnen schon damit, dass wir in der nächsten Zeit mehr Tiere aufnehmen müssen, gerade von älteren Menschen, die erkranken und ihre Tiere temporär selbst nicht mehr versorgen können“, wagt Kassenböhmer einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Die Vermittlungen laufen also weiter. „Denn wenn wir neue Tiere aufnehmen wollen, müssen wir natürlich unseren anderen Bewohnern so schnell wie möglich ein neues Zuhause vermitteln.“ Diesbezüglich bittet Sandra Kassenböhmer allerdings um telefonische Voranmeldung, wenn wirklich „ernsthaftes Interesse besteht.“ Gewartet werden sollte dann mit reichlich Abstand im Außenbereich. „Wir bitten die Familien, Paare oder Einzelpersonen nacheinander in den Eingangsbereich, sodass es auch hier zu keinen Überschneidungen kommt.“

Unterstützung brauche das Tierheim aktuell nicht. „Wir sind prinzipiell immer dankbar, aber gerade können wir das einfach nicht organisieren. Unser Stammteam an Ehrenamtlichen ist so fit, dass sie alleine arbeiten und mit den Tieren umgehen können. Jetzt können wir andere Helfer gar nicht angemessen anleiten“, so die Geschäftsführerin. Auch das im Tierheim immer mittwochs stattfindende Hundetraining und die offene Sprechstunde mit Hundetrainer Florian Symanzig fallen bis auf Weiteres aus.

Sandra Kassenböhmer ist abschließend noch eines wichtig: „Nach derzeitigem Wissenschaftsstand können sich Tiere nicht mit dem Coronavirus infizieren und dieses auch nicht auf Menschen übertragen. Wenn man aber selbst infiziert ist, sollte man den engen Kontakt mit seinem Haustier sicherheitshalber vermeiden, sprich den Kontakt von Nase und Mund, enges Kuscheln sowie das Teilen von Essen. Zusätzlich ist es nach wie vor ratsam, sich nach jedem Kontakt zum Tier gründlich die Hände zu waschen.“

Schwierig werde es, wenn man sich mit einem Hund in Quarantäne befinde. „Positiv Getestete dürfen mit Hund das Haus fürs Gassigehen nicht verlassen. Auch Personen, die Kontakt zu einer getesteten Person hatten, sich mit Symptomen in Quarantäne befinden und auf ihr Testergebnis warten, dürfen das nicht. Personen aber, die lediglich in Kontakt zu einer „verdächtigen“ Kontaktperson stehen, dürfen mit dem Hund eine Runde drehen“, erklärt Sandra Kassenböhmer. Wer sich als Hundebesitzer in Quarantäne befinde und niemanden habe, könne sich an lokale Hilfsorganisationen wenden. „Im äußersten Notfall ist es auch möglich, den Hund bei uns für 14 Tage in Pension zu geben.“

Weitere Informationen gibt es unter 0 25 46/ 70 60 und online.

|www.tsv-coesfeld-duelmen.de

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