Versorgung in der Region ist gesichert
Hausärzte geben Entwarnung

Lengerich -

Trotz der besonderen Corona-Situation an der Helios-Klinik ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung gesichert. Darauf weisen die Hausärzte aus Lengerich und Umgebung hin. Sie stehen nach eigener Aussage in ständigem Austausch, vertreten sich im Bedarfsfall, etwa bei Urlaub, gegenseitig. Wegen der Pandemie soll es verstärkt Telefon- oder Video-Sprechstunden geben.

Montag, 06.04.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 18:14 Uhr
Die Hausärzte der Region sichern die medizinische Versorgung der Bevölkerung, nehmen Patienten aber nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung auf.
Die Hausärzte der Region sichern die medizinische Versorgung der Bevölkerung, nehmen Patienten aber nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung auf. Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Zahl der nachweislich mit Corona infizierten Menschen ist von Sonntag auf Montag im Stadtgebiet weiter gestiegen: von 37 auf 46. Diese Zahl war gestern dem Internetauftritt des Kreises Steinfurt zu entnehmen. Betroffen sind besonders die Altenpflegeeinrichtung Haus Widum und die Helios-Klinik, die aktuell ausschließlich Corona-Patienten neu aufnimmt.

Auf Anfrage der WN erklärte Bürgermeister Wilhelm Möhrke gestern Mittag, dass die Stadt in dieser Situation nicht viel tun könne, außer Unterbringungsmöglichkeiten für Pflegepersonal zu organisieren (die WN berichteten) und an den gesunden Menschenverstand der Bevölkerung zu appellieren. Möhrke: „Die Menschen sollen rausgehen und ihre Spaziergänge machen – aber Abstand halten, am besten fünf Meter. Das ist besser, als nur zu Hause rumzusitzen.“ Er habe den Eindruck, dass das in Lengerich bislang gut klappe, auch an beliebten Ausflugszielen wie dem Canyon. „Dass wir ganze Bereiche absperren müssen, wie in Münster am Aasee geschehen, sehe ich nicht“, so Möhrke.

Ein ganz anderes Problem: Wenn die gewohnte ärztliche Versorgung im hiesigen Krankenhaus nicht mehr erfolgen kann, so bereitet dies unter Umständen Unsicherheit in der hiesigen Bevölkerung. Die Hausärzte in Lengerich und Umgebung haben sich deshalb laut gemeinsamer Pressemitteilung abgesprochen. „Es besteht kein Grund zur Besorgnis. Wir stehen untereinander in engem Austausch und versichern, dass wir als erste medizinische Ansprechpartner wie immer vor Ort zur Verfügung stehen“, heißt es darin. Sei in der Osterzeit die eine oder andere Praxis urlaubsbedingt geschlossen, so werde das wie üblich angekündigt und die Vertretung gesichert.

Wenn die ambulante Behandlung nicht mehr ausreiche und doch ein Krankenhausaufenthalt notwendig werde, erfolge dies durch hausärztliche Einweisung in die Krankenhäuser der Nachbarorte Ibbenbüren, Greven und Osnabrück. Sollte notfallmäßig eine Aufnahme erforderlich sein, so sei der Notruf 112 zu wählen. Dort sei jederzeit bekannt, in welchem der umliegenden Krankenhäuser welche Kapazitäten zur Verfügung stehen. In den sprechstundenfreien Zeiten und während der Feiertage sei auch der kassenärztliche Notdienst unter 116 117 zu erreichen.

Gemeinsam mit den Kollegen der Helios-Klinik Lengerich hoffen die umliegenden Hausärzte, dass die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit in zwei Wochen wieder aufgenommen werden kann.

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