Peter und Ursula Nitsche standen vor 50 Jahren vor dem Traualtar
Corona-Goldhochzeit ohne Enkel und Urenkel

Epe -

Die Hochzeit fand vor 50 Jahren mit vielen Gästen statt. Darauf müssen Peter und Ursula Nitsche am Freitag zu ihrer Goldenen Hochzeit verzichten.

Freitag, 10.04.2020, 04:22 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 13:19 Uhr
Peter und Ursula Nitsche feiern heute ihre Goldhochzeit im allerkleinsten Kreis.
Peter und Ursula Nitsche feiern heute ihre Goldhochzeit im allerkleinsten Kreis.

Das Osterfest ohne Verwandtenbesuch, ist schon hart, aber den Goldhochzeitstag ohne Kinder, Enkel- und Urenkelkinder verbringen zu müssen, ist dann noch etwas ganz anderes. So empfinden es zumindest Ursula und Peter Nitsche. Sie traten heute vor 50 Jahren vor den Traualtar.

„Wir hatten uns schon so auf die Enkel und Urenkel gefreut“, erzählt Peter Nitsche am Telefon, „aber jetzt werden wir unseren Hochzeitstag – unsere Corona-Goldhochzeit – in aller Ruhe verbringen. Es ist einfach besser, vorsichtiger als vorsichtig zu sein“, betont er und denkt schon mal laut über eine richtige Party nach. „Wenn alles vorbei ist, wird sie nachgeholt“, gibt er sich zuversichtlich.

Ein bisschen zehren die beiden Jubilare außerdem noch vom Familienfrühstück zum standesamtlichen 50. Hochzeitstag im vergangen Mai in der Haarmühle, an das sich ein Tanz anschloss. Wenn es bei Nitsches „Familie“ heißt, kommt schon eine beachtliche Personenzahl zustande. „Wir haben vier Kinder, 15 Enkel- und drei Urenkelkinder“, zählt Peter Nitsche nicht ohne Stolz auf.

Kennengelernt hatten sich Ursula, geborene Niehues, und Peter Nitsche 1967. „Wir wohnten nicht weit auseinander, haben beide bei Schulte & Dieckhoff und sonntags noch nebenbei in gegenüberliegenden Kneipen gearbeitet“, erinnert sich Peter Nitsche. „Damals gab es Arbeit genug“, erzählt er, „so habe ich einige Zeit hauptberuflich in der Gastronomie gearbeitet. Wenn ich davon die Nase voll hatte, bin ich wieder in die Fabrik gegangen.“

Die meiste Zeit seines Berufslebens war Peter Nitsche aber im Service beschäftigt: „Etwa 15 Jahre lang war ich bei Schepers und danach 25 Jahre bei der Haarmühle.“ Trotz der vier zwischen 1971 und 1980 geborenen Kinder war Ursula Nitsche auch immer berufstätig. Sie war Beiköchin in der Krankenhausküche und in der Haarmühle. „Wir haben es so einrichten können, dass immer einer bei den Kindern war. Außerdem haben wir auch gebrechliche Angehörige gepflegt“, blicken Ursula und Peter Nitsche auf arbeitsreiche Zeiten zurück.

Auch wenn die beiden mittlerweile Rentner sind, legen sie die Hände nicht in den Schoß. Ehrenamtlich bereiten sie im Dorotheenhof das Frühstück vor. Aber auch diese Aufgabe ruht derzeit . . .

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